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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Tulpen, Tabak und Heringsfang

06.04.2018

Bremen Das Goldene Zeitalter der Niederlande trägt seinen Titel nicht von ungefähr. Es war eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit, die fast das gesamte 17. Jahrhundert ausfüllte und besonders auf die Malerei zutraf. Der Gemäldeausstoß der schätzungsweise 700 Künstler in jener Zeit – jährlich wurden bis zu 70 000 Bilder fertiggestellt – ist ohne Beispiel in der Kunstgeschichte.

Geblieben sind zahllose Meisterwerke, die noch immer Höhepunkte im Ausstellungsbetrieb sind. Wie derzeit in der Bremer Kunsthalle, die unter dem launigen Titel „Tulpen, Tabak, Heringsfang. Niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters“ eine aktuelle Ausstellung mit 32 niederländischen Gemälden zeigt. Dabei handelt es sich um eine Schenkung des Bremer Kaufmanns und Sammlers Carl Schünemann.

34 Gemälde

Er hat in den vergangenen 50 Jahren eine Sammlung aufgebaut, die in der Öffentlichkeit bisher völlig unbekannt war. Nach Angaben der Kunsthalle wurden nur selten einzelne Werke in Ausstellungen präsentiert.

Sein erstes niederländisches Gemälde – ein Blumenstillleben von Hans Bollongier – habe er Anfang der 50er Jahre auf einer Auktion in Braunschweig für „ungefähr 200 DM ersteigert“, erzählt Schünemann in einem Interview. Er habe immer gesucht, wo auf Auktionen und bei Händlern etwas falsch beurteilt war. „Da ich kein Geld hatte, musste ich versuchen, billig an gute Sachen ranzukommen.“ Durch stetige Veränderung habe er seine Sammlung verbessert und vergrößert.

Insgesamt schenkte Schünemann der Kunsthalle 34 Gemälde und eine Zeichnung. Es ist die umfangreichste Gruppe von Werken alter Meister, die der Kunstverein seit seiner Gründung 1823 erhalten hat. Die niederländischen Werke ergänzen de hauseigene Sammlung niederländischer Malerei.

Schünemanns Sammlung gibt einen Überblick über die vielfältige Landschafts- und Marinemalerei: etwa die zierlichen Schlittschuhläufer von Adam van Breen (1611) oder die „Landschaft mit Blick auf Leiderdorp“ von Jan van Goyens (1622). Winterlandschaften, eine Mondscheinstimmung von Aert van der Neer oder Dünen an der Küste sind ebenso vertreten wie eine klassische niederländische Flusslandschaft mit Kühen und Windmühle, gemalt 1653 von Salomon van Ruysdael.

Besonderes Interesse und Fachkenntnis verbindet Schünemann, der selbst zur See fuhr, mit der Marinemalerei: Neun Seestücke veranschaulichen die Entwicklung dieser Gattung im 17. Jahrhundert.

Handelsgüter

Die Landschaften, Genrebilder, Stillleben und Seestücke vermitteln einen guten Einblick in die Geschichte und Kultur der Niederlande, die der bürgerlich-protestantisch geprägten Kaufmannsstadt Bremen eng verbunden waren. So verweist der Ausstellungstitel „Tulpen, Tabak, Heringsfang“ auf die bedeutenden Handelsgüter, die die Niederlande im 17. Jahrhundert reich gemacht haben.

Regina Jerichow
Stellv. Redaktionsleitung
Kulturredaktion
Tel:
0441 9988 2061

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