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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ausstellung: Vom Pfauenstuhl bis zum Tastentelefon

27.10.2018

Bremen Das Geheimnis des ungebrochenen Erfolgs dänischen Designs steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die seit Freitag im Bremer Wilhelm-Wagenfeld-Haus zu sehen ist. Bis April kommenden Jahres beschäftigt sich das Museum in sieben Räumen mit Möbelstücken, Alltagsgegenständen und technischen Geräten, die beispielhaft illustrieren, warum der Titel der Schau bis heute zutrifft: „Einfach gut.“ Offenbar spreche dänisches Design in mehrfacher Hinsicht die Sehnsucht vieler Menschen an, sagte Museumsdirektorin Julia Bulk bei einem Ausstellungsrundgang.

Natürliche Materialien

Es sei die Sehnsucht nach Geborgenheit, langlebiger Qualität und dem sorgsamen Umgang mit natürlichen Materialien, führte die Design-Expertin aus. Beispielhaft dafür stehe das älteste Stück der Ausstellung, der berühmte Pfauenstuhl von Hans J. Wegner aus dem Jahr 1947. „Er greift die klassische Form des sogenannten Windsor-Stuhls auf, der seit dem 18. Jahrhundert in England und später auch in den USA hergestellt wurde und übersetzt sie ins 20. Jahrhundert.“

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Einfach gut. Design aus Dänemark“ ist bis zum 22. April 2019 im Bremer Wilhelm-Wagenfeld-Haus (Am Wall 209) zu sehen. “ Sie reflektiert rund 70 Jahre dänischer Designgeschichte – von den 1940er Jahren bis in die Gegenwart. Öffnungszeiten: dienstags 15–21 Uhr, mittwochs bis sonntags 10–18 Uhr.

In der Person von Wegner vereinen sich Bulk zufolge schon zwei Gründe für den Erfolg dänischen Designs, denn der Mann aus Tondern war nicht nur Architekt und Möbeldesigner, sondern auch Tischler. Die meisten Designer aus Dänemark haben ihren Recherchen zufolge bis heute eine handwerkliche Ausbildung, können mithin pragmatisch denken und gleichzeitig – der zweite Grund – traditionell erfolgreiche Designlinien zeitgenössisch übersetzen.

Meistgeklautes Objekt

Wegner entwarf mehr als 500 Stühle, von denen viele Design-Ikonen wurden. Und so ist der Stuhl in der Bremer Ausstellung auch so etwas wie ein roter Faden, ist er doch für viele Experten das Synonym für dänisches Design. Anhand ausgewählter Objekte aus den 40er Jahren bis heute wird aber klar, dass es in diesem Genre um mehr als nur um Sitzmöbel geht.

Beispiele dafür sind eine Medikamentenbox mit Alarmfunktion, ein Wasserfilter für Entwicklungsländer und das berühmte Tastentelefon 76E aus dem Jahr 1978. Das weltweit erste vollkommen elektronische Gerät dieser Art fiel mit seinem zurückhaltend konkaven Korpus und dem davon abgehobenen konvexen Hörer auf. „Das war derart smart und modern, dass Hotelgäste das Kabel durchschnitten, um das Gerät mit nach Hause zu nehmen“, erinnerte Bulk. So sei das Telefon eine Zeit lang zum meistgeklauten Objekt in Hotelzimmern avanciert.

Insgesamt erzählt die Ausstellung nicht nur Designgeschichte, sondern lässt auch ein Porträt der dänischen Gesellschaft durchscheinen. Die Entwicklung reicht vom Traum der Wohlfahrtsgesellschaft mit dem Leitsatz „Design für alle“ bis zum heutigen globalisierten Design mit gesellschaftspolitischer Verantwortung, das verbraucherfreundliche und nachhaltige Lösungen vereint.

Dazu kommt das besondere Umfeld Dänemarks, denn Diskussionen über Design sind dort Kunsthistorikerin Bulk zufolge „ein Volkssport“. Entstanden ist die Ausstellung in Kooperation mit der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin. Dort war sie größtenteils bereits im vergangenen Jahr unter dem Titel „Much More Than One Good Chair“ zu sehen.

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