Bremen - Mehr als 320 Fahrgeschäfte, Los- und Imbissbuden sowie andere Attraktionen wie Gastronomie-Zelte locken auf den 980. Bremer Freimarkt, der an diesem Freitag öffnet. Zu den Neuheiten gehöre eine Geisterbahn aus den Niederlanden und ein 85 Meter hoher Freifall-Turm, sagte am Dienstag Marktmeister Raimund Klug: „Die Gäste erleben mit 25 Metern Fallgeschwindigkeit pro Sekunde einen rasanten Sturz in die Tiefe.“ Bis zum 1. November erwarten die Schausteller auf dem 100 000 Quadratmeter großen Festgelände an der Bürgerweide rund vier Millionen Besucher.
Höhepunkt des Volksfestes ist erneut der Freimarktumzug, an dem sich am 24. Oktober nach Angaben von Rolf Herderhorst von der Arbeitsgemeinschaft Bremer Märkte etwa 4000 Aktive beteiligen. Sie bringen einen rund drei Kilometer langen Zug mit 109 Festwagen und 39 Laufgruppen auf die Strecke zwischen der Bremer Neustadt und der Bürgerweide. Rund 200 000 Schaulustige sollen dann an den Straßen stehen.
„Der Umzug startet in diesem Jahr schon um 10 Uhr – eine halbe Stunde früher“, betonte Herderhorst und bedauerte die hohe Zahl motorisierter Wagen. Die Leute liefen nicht mehr so gerne zu Fuß. Die Spitze des Zuges wird um 11 Uhr am Marktplatz erwartet. Von dort gibt es auch eine Live-Übertragung, die unter dem Titel „Mit Pauken und Trompeten“ im NDR-Fernsehen zu sehen ist.
Zu den Höhepunkten gehören außerdem ein „Tag der Menschen mit Behinderungen“, zu dem die Schausteller nach eigenen Angaben rund 600 Gäste eingeladen haben. Die freikirchlichen Baptisten wollen auf dem Freimarkt erneut für die evangelische Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ sammeln. Die Spenden sollen diesmal einem Projekt zur Ausbildung ehemaliger Kindersoldaten in der Demokratischen Republik Kongo zugute kommen.
Mit einer Gala wollen Schausteller und die Bremer Initiative „Tu was“ überdies schon an diesem Sonntag dafür werben, Gewalt auf dem Festplatz und anderswo mit Zivilcourage zu begegnen. Bremens evangelische Dompastorin Ingrid Witte organisiert am 29. Oktober ab 23.30 Uhr einen „Mitternachtsgottesdienst“ auf dem Festplatz. Den Freimarkt gibt es schon seit 1035. Er zählt damit zu den ältesten und auch zu den größten Volksfesten Deutschlands.
