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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Zünftig den Staub von alten Klängen gepustet

26.08.2019

Bremen Erst mal’n Bier, und das auf der Bühne. Selbst an einem so warmen Sommerabend eine eher ungewöhnliche Requisite für ein Ensemble, das sich der historischen Aufführungspraxis widmet. Der norwegische Violinist Bjarte Eike und seine „Barokksolistene“ zählen derzeit zu den spannendsten Alte-Musik-Interpreten, und schon aus dem Titel ihres Programms „The Alehouse Sessions“ wird schnell klar, weshalb Getränke auf der Bühne unbedingt dazu gehören.

Zu erleben waren die neun Skandinavier, die zünftig auf altem Instrumentarium spielen, bei der „Großen Nachtmusik“. Der traditionelle Eröffnungsabend des Bremer Musikfests bot auch diesmal grandiose Vielfalt: Von klassischem Mainstream über die beim Musikfest besonders gepflegte Alte Musik bis hin zu Populärem aus Jazz und Soul – aus insgesamt 27 Kurzkonzerten an diversen Spielstätten um Dom, Roland und Rathaus konnten sich die Besucher ihre individuelle Abendtour zusammenstellen.

Einer wie Bjarte Eike passt dabei in keine der Schubladen. Das kühle Glas- und Beton-Ambiente des Nord/LB-Innenhofes verwandelt er in ein altenglisches Wirtshaus, in dem gespielt, getanzt und gesungen wird. Mit Bühnenpräsenz, Witz und Charisma beziehen die „Barokksolistene“ das Publikum mit ein und pusten ganz nebenbei allen Staub von den alten Klängen.

Auch in der Glocke spielt die Geige eine große Rolle, und mit der gefeierten Violinvirtuosin Vilde Frang stammt die Protagonistin auch hier aus Norwegen. Auf der Bühne scheint Frang für eine Solistin fast schon zurückhaltend, umso wirkungsvoller ist dagegen ihr großartiges Geigenspiel. Mit Max Bruchs Violinkonzert Nr. 1 g-Moll hat Frang einen Klassiker der romantischen Violinliteratur mitgebracht. Spieltechnisch erhaben, lässt sie ihre Geige die langen Linien des zentralen langsamen Satzes immer wieder in neuen Farben singen und wagt im großen Saal selbst leiseste Klänge. Das ist atemberaubend und klappt nur, weil das Rotterdam Philharmonic Orchestra so aufmerksam mitspielt. Warum das vom 30-jährigen Shootingstar Lahav Shani dirigierte Orchester längst als internationales Spitzenorchester gilt, beweisen sie mit einer fulminanten Fassung von Ravels „La Valse“.

Zwischen den Konzerten lässt sich das Traumwetter genießen und flanieren. Dafür haben die Musikfest-Macher das historische Ambiente in prachtvolle Illuminationen getaucht. Den Kontrapunkt dazu setzt Vokalmusik. In solistischer Besetzung singen Voces Suaves aus Basel Madrigale von Monteverdi und anderen Renaissance-Italienern. Mit ihrer vollen und warmen, dabei sehr kultivierten Chorkunst erschaffen die Sänger ein meditatives Klangambiente in der Kirche Unser Lieben Frauen.

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