BREMEN - Soldaten der britischen Armee befreiten vor 65 Jahren am 29. April 1945 das NS-Kriegsgefangenenlager in Sandbostel bei Bremen. Zu diesem Anlass ist dort am 29. April eine Gedenkfeier geplant, die im Zeichen der deutsch-französischen Versöhnung steht. Daran beteiligten sich Schüler und Soldaten aus Frankreich und Deutschland, teilten die Organisatoren am Montag mit. Sandbostel ist bundesweit das einzige NS-Lager dieser Art, in dem noch viele historische Gebäude erhalten sind.

Die Gedenkfeier steht unter der Überschrift „Eine Brücke über die Oste“. Dazu werden auch ehemalige Kriegsgefangene aus Frankreich, Belgien, Polen, Russland und den USA erwartet. Im niedersächsischen Sandbostel waren von 1939 bis 1945 mehr als eine Million Menschen aus 46 Nationen interniert, manche nur einen Tag, andere mehrere Jahre. Gegen Kriegsende wurde ein Teil des Lagers zum KZ-Auffanglager umfunktioniert.

Den britischen Soldaten bot sich bei der Befreiung auf dem 35 Hektar großen Areal ein Bild des Grauens. Sie trafen etwa 14 000 Kriegsgefangene und rund 7000 KZ-Häftlinge an. Im Auffanglager fanden sie zahlreiche unbestattete Leichen. Bis zu 50 000 Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge überlebten die Zeit in Sandbostel nicht. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Die Gedenkfeier am 29. April beginnt um 16 Uhr mit einer Andacht auf dem Gelände der Kriegsgräberstätte in Sandbostel. Ab 17 Uhr ist eine Präsentation der Schüler und Soldaten geplant. Danach legen den Angaben zufolge französische und deutsche Offiziere am Gedenkstein vor der evangelischen Lagerkirche Kränze nieder. Ein Gottesdienst beendet die Gedenkfeier.