BREMEN - BREMEN/AP - Die Totenmaske der Massenmörderin Gesche Gottfried ist seit gestern eine neue makabre Attraktion im Bremer Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte. Die Maske wurde von einer in England erhaltenen Vorlage genommen, die kurz nach Enthauptung der Bremer Giftmischerin 1831 entstand. „Als wichtiger Bestandteil der Stadtgeschichte gehört sie in das Museum“, sagte Kurator Heinz Hofschen.

Der neue Gipsabdruck ergänzt die bisherige Sammlung von drei Porträts der Bremer Giftmischerin, die wegen 15 Morden verurteilt wurde. Die Serie begann 1813, als die damals 28-Jährige ihren ersten Ehemann mit Arsen vergiftete. Bis 1828 tötete sie ihre Eltern, ihren Bruder und ihre Kinder, Nachbarn und Bekannte. Insgesamt soll sie rund 30 Menschen „Mäusebutter“ verabreicht haben, von denen die Hälfte die Anschläge überlebte.

Am 21. April 1831 wurde Gesche Gottfried bei der letzten öffentlichen Hinrichtung in Bremen enthauptet. An die Stelle erinnert ein markierter Pflasterstein nahe dem Dom, der heute eine Touristenattraktion ist.

Der spektakuläre Fall war seinerzeit europaweit bekannt, sagte Kurator Hofschen. Von dem nach der Enthauptung angefertigten Kopfabdruck wurden weitere Totenmasken gegossen, die nach Frankreich und England gelangten. Die Abgüsse hätten für Studien zur Physiognomie von Straftätern gedient. Die Vorlage für die neue Totenmaske gehörte einem britischen Gefängnisarzt.