BREMEN - 2005 veröffentlichte Günther Kaufmann seine Autobiografie. Sie erzählte, wie er zum Star wurde und wie er ganz tief abstürzte. Nun wird diese Biografie verfilmt. Im Frühjahr 2012, so der Schauspieler, beginnen die Dreharbeiten, 2013 soll der Spielfilm in die Kinos kommen. Der Titel steht auch schon fest: Die zweite Garnitur Gottes. Es gibt eine erste Garnitur Gottes das sind Menschen, mit denen Gott es besonders gut gemeint hat. Ich halte mich für die zweite Garnitur, meint Kaufmann.
Kaufmann kam 1947 als unehelicher Sohn eines farbigen US-Soldaten und einer Deutschen in München zur Welt. Nach der Lehre, dem Dienst bei der Marine (darunter auch in Wilhelmshaven) entdeckte ihn der Filmemacher Rainer Werner Fassbinder. In den 1980er und 1990er Jahren spielte Kaufmann in den ZDF-Serien Derrick und Der Alte.
1986 heiratete Kaufmann seine dritte Frau Alexandra, die 1992 an Knochenkrebs erkrankte. 2002 wurde Kaufmann wegen des tödlichen Überfalls auf seinen Münchner Steuerberater zu 15 Jahren Haft verurteilt. Sein Geständnis erweist sich später als falsch er wollte seine über alles geliebte Frau schützen, ihre harte Vernehmungen ersparen. Auf Seite 176 seiner Autobiografie Der weiße Neger vom Hasenbergl bezeichnet er sich selbst als höchst naiven Menschen mit einer an Dummheit grenzenden Gutmütigkeit. Kaufmann saß weit über zwei Jahre in Haft für eine Tat, die seine inzwischen tote Frau organisiert hatte. Am 26. Januar 2005 wurde er im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Die wahren Täter wurden gefasst. Kaufmann hatte sich im Gefängnis verändert: Viele Sachen sehe ich weniger ernst.
Kaufmann erregte bundesweit Aufsehen, als er im Januar 2004 sein Comeback feierte in Johann Kresniks umstrittenem Theaterstück Die Zehn Gebote in einer Bremer Kirche. Kresnik und Bremen, das hat Kaufmann bis heute nicht vergessen, haben ihm eine Chance gegeben. Das Drama Die Zehn Gebote mit dem farbigen Schauspieler mit bayerischem Dialekt war zeitweilig so erfolgreich, dass zwei Aufführungen am Tag stattfanden. 2006 spielte Kaufmann die Rolle des Bruder Tuck im Musical Robin Hood. Dann zog Kaufmann von Bremen nach München: Ich war wahnsinnig gern in Bremen, aber in Bayern gibt es mehr Medien-Möglichkeiten für mich.
Schon mehrfach sei ihm ein Film über sein Leben angeboten worden, sagt Kaufmann heute. Er sorgte zuletzt im RTL-Dschungelcamp Ich bin ein Star, holt mich hier raus für Schlagzeilen. Aber ich wollte keine Schmonzette und auch keinen Dokumentarfilm. Die Regie übernimmt Adnan Köse, Wunschkandidatin für die Rolle von Ehefrau Alexandra ist Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer.
Kaufmanns Sohn Dave soll den jungen Kaufmann spielen. Gedreht werden soll in Portugal, New York und irgendwo in Deutschland. Vielleicht ist Bremen dabei.
