BREMEN - BREMEN - „Wisch, wasch, wisch, wasch . . .“ – geerdete Gitarren und einen zupackenden Rhythmus im Gepäck nehmen die Kölner Rock-Urgesteine von BAP ihre gut 1600 Fans im Bremer „Pier 2“ pünktlich um 20 Uhr mit in ihren musikalischen „Waschsalon“. Und Frontmann Wolfgang Niedecken bleibt thematisch weiter in der Reinigungsbranche, als er ankündigt, er und seine Mitstreiter hätten für ihre Greatest-Hits-Tour „Dreimal zehn Jahre“ ihre Songs kräftig auf links gedreht, um nicht zur eigenen Coverband zu verkommen.
Gerade zu Beginn gelingt dies den Musikern ganz vorzüglich: Heulende WahWah-Effekte und feurige Bässe, hinter denen sich auch junge Hüpfer wie die Sportfreunde Stiller noch verstecken könnten, bringen die Fans bei „Fortsetzung folgt“ zum ersten Mal in Wallung. Sehr zum Nachteil der zart aufkeimenden Party-Stimmung ergeht sich die Band daraufhin allerdings dann doch über weite Strecken dem gepflegten Stadionrock im soliden BAP-Breitwand Sound.
Doch immer dann, wenn das Tempo etwas schleppender zu werden droht, zaubern die Kölner einen ihrer ganz großen Hits aus dem Hut und kriegen mit dem verzückt groovenden „Af un zo“ oder dem unheilschwangeren „Kristallnaach“ immer noch rechtzeitig die Kurve – frei nach dem Motto: „Et hätt noch immer jod jegange.“
Über allem thront wie eh und je Wolfgang Niedecken als knorriger Zeremonienmeister in Kölner Feuerwehrjacke. Nach diversen Umbesetzungen ist er das einzig verbliebene Gründungsmitglied der Band und folgerichtig allein autorisiert, in der Manier des netten Kumpels zwischen den Stücken 30 Jahre Bandgeschichte zu resümieren und die ein oder andere Anekdote vom leer geprobten Bierkasten und vom „Jupp“ zu streuen.
Die Hauptsache bleiben aber für die Fans an diesem Abend die Hits von BAP, die große Teile des Publikums Zeile für Zeile mitsingen können. Zwischendurch machen es sich die Mannen um Niedecken sogar noch einmal gemütlich, um ein paar zauberhafte halbakustische Versionen von Titeln wie „Do kannst zaubere“ zum Besten zu geben.
Und wie in jedem BAP-Konzert wird auch in Bremen das Warten auf das Opus Magnum der Kölner „Verdamp lang her“ zum lieb gewonnen Ritual. Wie in dem Song selbst entlädt sich all die angestaute musikalische Seligkeit erst ganz am Ende nach zweieinhalb Stunden bester Rockunterhaltung zu einem kollektiven musikalischen Glückstaumel von Fans und Band.
Konzerte in Lingen und Nordenham
