BREMEN - Es war schon erstaunlich, wie viele Zuschauer die Hand nach oben reckten, als der Moderator des Abends, NDR-Kommentator Uwe Bahn, in die weite Runde fragte, wer denn bereits vor 15 Jahren bei der ersten „Nokia Night Of The Proms“ in Bremen dabei war.

Das Jubiläum, der erneut nahezu ausverkaufte Bremer AWD-Dome, die gute Stimmung, das hochkarätige Programm: Für anspruchsvolle Klassik-Fans mag diese Veranstaltung womöglich ein unausgegorener Mix nicht miteinander vereinbarer Musikkulturen sein, für Anhänger guter Popmusik dagegen war es auch im 15. Jahr ein sehenswertes Spektakel.

Das lag vor allem an den Stars , die – eingerahmt vom traumhaft sicher eingespielten „Il Novecento“-Orchester – wehmütige Erinnerungen an die eigene Jugend wach werden ließen. Insbesondere Roxette, die schwedischen Pop-Titanen, nahmen das Publikum im Sturm.

Zum Auftakt „Wish I Could Fly“, dann „The Look“, „Must Have Been Love“, „Joyride“ und schließlich „Listen To Your Heart“: Mehr Pophistorie geht kaum. Die Bühne bebte, die Zuschauer hatten sich bereits von ihren Sitzen erhoben und feierten speziell die blonde Sängerin Marie Fredriksson, der man nach ihrer überwundenen schweren Krankheit die Dankbarkeit ansah, einen solchen Abend erleben zu dürfen.

Aber auch die Briten Heaven 17, vom einstmals Trio mittlerweile zum Duo geschrumpft, erinnerten an die Glanzzeiten des New Wave. „Let Me Go“ kannten die meisten der Anwesenden, das abschließende „Temptations“ dann sogar alle.

Etwas ruhiger, aber nicht weniger intensiv präsentierte sich Alan Parsons, den Fachleute als Produzent des legendären Pink Floyd-Albums „Dark Side Of The Moon“ kennen, der aber für seine eigenen Hitsingles verehrt wird. Aus einer Reihe großer Songs wählte Parsons gezielt sein mythisches „Sirius/Eye In The Sky“ und erntete großen Jubel.

Wie bei vielen der bisherigen „Proms“-Nächte durfte natürlich auch ein deutschsprachiges Phänomen nicht fehlen. Vor zwei Jahren waren es die beiden Pur-Protagonisten Engler und Reidl, diesmal zeigte die Österreicherin Christina Stürmer, warum sie zu Recht als Deutschpop-Idol gefeiert wird.

So verflog ein unterhaltsamer Abend in viel zu kurzer Zeit, und während drinnen in der Halle noch die letzten Töne eines furiosen Finales zu hören waren, standen draußen bereits zahlreiche Fans am Kartenhäuschen an – um sich die besten Tickets für die Show im Dezember 2010 zu sichern!