BREMEN - Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen würde selbst einem Lästerer wie Richard Strauss das Maul stopfen. „Je preiser einer gekrönt ist, desto durcher fällt er“, witzelte der Komponist spitzzüngig. Solche Ansichten haben die 36 Bremer Musiker mit ihren Auszeichnungen vom Gründerpreis der deutschen Wirtschaft bis zum Preis der Schallplattenkritik in diesem Jahr Lügen gestraft. Und das jetzt vorgestellte Programm für 2009 lässt weitere Belobigungen erahnen.
Zu Ende gebracht wird der Beethoven-Zyklus, bei dem die Kammerphilharmonie unter Chefdirigent Paavo Järvi laut internationaler Kritik den Maßstab für den „Beethoven des 21. Jahrhunderts“ setzt. Im Herbst erscheinen die noch fehlenden Sinfonien Nr. 2, 6 und 9 auf CD.
Den kompletten Zyklus spielen die Bremer in Paris (28. bis 30. März), bei den Salzburger Festspielen (25. bis 29. Juli) und beim Bonner Beethovenfest (9. bis 12. September). Zudem sind Konzerte in New York, Madrid, Istanbul, Straßburg, Bukarest und in deutschen Städten terminiert. Das Zuhause bleibt die Hansestadt mit dem Glocke-Saal und dem studioreifen Probenzentrum in Osterholz-Tenever. „In Bremen haben wir kein Publikum, das ist eher ein Fanclub“, sagt Järvi lächelnd. 4000 Abonnenten in drei Konzertreihen zählt das Orchester.
Järvi selbst leitet fünf der 16 Abokonzerte, darunter einen Beethoven-Abend am 26. März. Herbert Blomstedt, Louis Langree, oder Ton Koopmann sind weitere namhafte Dirigenten. Zu den am meisten mit Spannung erwarteten Solisten zählt sicher die Geigerin Janine Jansen.
„Wir sind aber nicht auf Beethoven zu reduzieren“, betont Geschäftsleiter Albert Schmitt. Für 2009 kann er auf Robert Schumann verweisen, dessen vier Sinfonien erklingen. Ravel, Mozart, Haydn bilden weitere Schwerpunkte.
Da sind wieder Preise zu erwarten. Die jüngste Auszeichnung vergab die japanische Kritik. Sie nahm das Bremer Ensemble in ihren Kreis der 20 weltbesten Orchester überhaupt auf.
Das Jahresprogramm:
