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Musik Und kein bisschen leise

Werner Jürgens

BREMEN - Von wegen „tote Hose“! Die Toten Hosen haben am Dienstagabend eindrucksvoll bewiesen, dass sie ihrem Namen ganz und gar nicht gerecht werden. Exakt 30 Jahre nach ihrem ersten Auftritt im Bremer „Schlachthof“ zelebrierte die Düsseldorfer Punk-Combo an gleicher Stelle gemeinsam mit ihren Fans eine rauschende Jubiläums-Party, die erst weit nach Mitternacht zu Ende ging. „Das wird nur ganz schwer zu toppen sein“, resümierte Frontmann Campino einen Abend, den er und seine Musiker wie auch das Publikum so schnell wohl nicht vergessen werden.

Ausgewähltes Publikum

Ursprünglich erlebten die „Toten Hasen“, wie die Band am 10. April 1982 fälschlicherweise angekündigt worden war, ihr Live-Debüt im Magazinkeller des „Schlachthofs“. Und genau dort begannen sie nun ihr Konzert vor einem kleinen ausgewählten Publikum von etwa 200 Leuten. Dieses gut halbstündige Programm bestand vorrangig aus sehr frühen Songs wie „Wir sind bereit“ und „Jürgen Engler’s Party“ von der ersten Single oder „Opel Gang“ aus dem gleichnamigen Debütalbum von 1983. Sänger Campino, der die familiäre Keller-Atmosphäre sichtlich zu genießen schien, begrüßte einige Bekannte von früher per Handschlag, darunter den ehemaligen E-Gitarristen Walter November, der den Toten Hosen bereits 1983 den Rücken gekehrt hatte.

Für die unterdessen geduldig in der Kesselhalle ausharrenden Zuschauer wurde das Spektakel auf einer Videoleinwand übertragen. Nach einer kurzen Pause betraten Campino und seine vier Mitstreiter die Bühne und brachten die Emotionen mit einer rasanten Version von „Liebesspieler“ sofort zum Kochen. Was folgte, war ein mitreißender musikalischer Streifzug, der von „Modestadt Düsseldorf“ und „Wort zum Sonntag“ über „1000 gute Gründe“ und „Bonnie & Clyde“ bis hin zu „Pushed Again“ und „Auswärtsspiel“ einen Querschnitt durch drei Jahrzehnte Band-Geschichte repräsentierte. Dabei zeigten sich die Musiker deutlich gereift. Schlagzeuger Vom Ritchie erwies sich als unermüdlicher Antreiber, dem Andreas Meurer in nichts nachstand. Der Bassist sorgte für eine solide rhythmische Basis, auf der die beiden E-Gitarristen Michael „Breiti“ Breitkopf und Andreas „Kuddel“ von Holst ihre fett verzerrten Power-Akkorde entfalten konnten.

Gütesiegel der Band

Das Markenzeichen und Gütesiegel der Band ist und bleibt aber die Stimme von Sänger Campino. Er ließ selbst nach über zwei Stunden kaum nennenswerte Verschleißerscheinungen erkennen und legte mit „Hier kommt Alex“, „Wünsch dir was“ und der brandneuen Single „Tage wie dieser“ gegen Ende einen megastarken Zwischenspurt hin. Vom endgültigen Finale war da noch lange nicht die Rede, weil das Publikum vehement diverse Zugaben einforderte. Die Band kam dem gern nach und lieferte mit „Schön sein“, „Ich will nicht ins Paradies“ und „Alles aus Liebe“ sowie dem „Ramones“-Cover „Blitzkrieg Bop“ und dem „Bayern“-Song weitere Höhepunkte.

Vor der letzten Zugabe intonierte das Publikum „You’ll Never Walk Alone“, den Schlachtgesang des von Campino so sehr verehrten FC Liverpool. Die Band nahm die Steilvorlage dankend an, so dass dieser Song den würdigen Schlusspunkt eines wirklich denkwürdigen Konzertes bildete.

 @ Weitere Fotos unter

http://www.NWZonline.de/fotos-kultur

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