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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Nwz-Tv-Tipp „die Affäre Borgward“: Untergang einer tragischen Autolegende

04.01.2019

Bremen Er war zeitweise der drittgrößte Autohersteller Deutschlands, sein erfolgreichstes Modell war elegant und klangvoll der Name – Isabella. Ersonnen von dem Konzernchef Carl F. Borgward (1890–1963), der mit gleich drei Automobilfabriken in Bremen (Borgward, Goliath und Lloyd) das Nachkriegsdeutschland mobil machte – stolze private Autobesitzer wie Handwerker und Kleingewerbetreibende. Dem Scheitern des genialen Konstrukteurs und patriarchalischen Unternehmers hat Marcus O. Rosenmüller ein filmisches Denkmal gesetzt. „Die Affäre Borgward“ heißt das Doku-Drama, das im Ersten am Montag, 7. Januar, ab 20.15 Uhr zu sehen ist und den Firmenniedergang 1961 zum Thema hat.

So erfolgreich der Konstrukteur, so zwiespältig ist der unternehmerische Erfolg des Firmenchefs. Um in den Nachkriegsjahren an rares (und bewirtschaftetes) Material heranzukommen, schafft Borgward drei Automobilwerke mit verschiedenen Modellen. So konnten drei Werke von den Zuteilungen der rationierten Rohstoffe profitieren.

Ende der 50er Jahre sind aber die Wünsche der Kundschaft gestiegen, die biederen Goliaths und die Einfachautos vom Typ Lloyd sind nicht die gefragtesten. Ein neues Modell, Lloyd Arabella, soll es reißen. Doch der schnittige Kleinwagen hat verdeckte Mängel, Wasser dringt in die Fahrgastzelle ein. Der Boulevard verspottet das neue Modell als „Aquabella“.

Wechselvolle Geschichte

Die Borgward-Gruppe wurde 1919 vom Ingenieur Carl F. W. Borgward in Bremen gegründet. Unter den Marken Borgward, Goliath und Lloyd wurden bis 1961 über eine Million Fahrzeuge gebaut. Zunächst fertigte Borgward jedoch keine Personenwagen, sondern Nutzfahrzeuge.

Berühmt wurde das Unternehmen jedoch vor allem mit den Personenwagen aus der Nachkriegszeit. Erstes Modell war 1949 die Limousine Borgward Hansa 1500. Weitere bekannte Modelle waren der Mittelklassewagen Isabella, der 1954 auf den Markt kam, und die Oberklasse-Limousine P100 von 1959.

Anfang der 1960er Jahre geriet Borgward, der immer mehr Ingenieur denn Kaufmann war, mit seinem Unternehmen jedoch in finanzielle Schwierigkeiten. In seiner Not übereignete er im Februar 1961 seine Firma dem Land Bremen. Die geplante Sanierung misslang, die Firma wurde liquidiert. Der Zusammenbruch von Borgward im Jahr 1961 mit mehr als 20 000 Angestellten galt zur damaligen Zeit als größte Firmenpleite Deutschlands.

Firmenchef Borgward bleibt bei seiner Devise: Er allein hat das Sagen und er will auch keine Aktionäre, die zwar das benötigte Geld bringen würden, aber auch mitreden wollen. „Die Unabhängigkeit ist nicht verhandelbar. Und dabei bleibt’s“, teilt der Film-Borgward Thomas Thieme seinen leitenden Mitarbeitern mit, die ihm angesichts der angespannten finanziellen Lage den Börsengang vorschlagen.

Mit den Finanzen hat es der reale Carl Borgward auch nicht so gehabt. Die Legende will, dass Borgward bei der Vorstellung seines Modells Isabella auf die Frage nach dem (relativ) niedrigen Preis sagte: „Bei mir kostet ein Kilo Auto immer sieben Mark“, was seine Finanzfachleute und die Konkurrenz ins Grübeln brachte (die etwa eine Tonne schwere Isabella kostete 1954 ganze 7000 DM – eine Menge Geld, aber auch nicht überbezahlt).

Regisseur Rosenmüller hat einen unterhaltsamen wie nachdenklichen Film über den Auto-Mogul vorgelegt. Der großartige Thomas Thieme hat die Hybris des Unternehmer-Erfinders für den Bildschirm (die Leinwand wäre auch recht! Wann kommt Borgward ins Kino?) auf den Punkt gebracht. Bis in die Nebenrollen ist der Film gut besetzt.

Und zum Doku-Drama gehören eine Reihe von Zeitzeugen, darunter die reale Borgward-Tochter Monica, die die von Thieme geschauspielerten Facetten des Firmenbosses Borgward durch Persönliches ergänzen. Kleine Filmschnipsel der 50-er und 60-er Jahre führen uns vor Augen, welche Sehnsüchte das Automobil in den Wirtschaftswunderjahren auslöste.

Der Fall Borgwards, die Überschuldung des Unternehmens und der von der Konkurrenz lancierte Stopp des Geldflusses durch die Banken mit der Folge des Konkurses, ist Thema des Schlussteils. Die Verhandlungen mit Bremens Bürgermeister und dessen Finanz- sowie Wirtschaftssenator brachten nur einen kurzen Aufschub vor dem endgültigen Aus. Ironie der (Wirtschafts-)Geschichte: Borgwards Gläubiger wurden mit 100 Prozent der Forderungen abgefunden. Nötig war der Konkurs jedenfalls nicht. Rosenmüller hat das alles in dramaturgische Form gebracht, gute Unterhaltung eben. – Unbedingt sehenswert!

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