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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Wie man kulturell richtig klotzt

27.04.2018

Bremen /Oldenburg Wenn Thomas Albert jedes Jahr, bevor es losgeht, sein Hohes Lied auf das Musikfest Bremen singt, dann widmet er die Hauptstrophen der Hansestadt. Klarer Fall: Dort finden die meisten der 38 Veranstaltungen statt. Und der Senat lässt dafür 550 000 Euro als Zuschuss springen. Doch der Intendant verleugnet einige seiner abseits liegenden, still geliebten Örtlichkeiten nicht. Denen widmet er vor dem 29. Festival vom 25. August bis 15. September auch überaus wohlklingende Harmonien.

Schwärmen von Löningen

Diese etwa gilt Oldenburg: „Das hat ein kleines, aber richtig süßes Staatstheater“, sagt Albert. Also hat er hier das Große Haus für den 8. September reserviert. Als Gäste kommen die Instrumentalisten des Concerto de’ Cavalieri, dazu Sänger und Dirigent Marcello di Lisa. Ihre Ausgrabung: Nicola Porporas Serenata „La lole“, die das „Schicksal des Herkules“ zum Inhalt hat.

Wie eh und je schwärmt Barockspezialist Albert zudem von St. Vitus in Löningen im Oldenburger Münsterland. „Ein Kleinod mit besonderer Atmosphäre” nennt er die größte pfeilerlose Sakralkirche in Deutschland mit ihrem in Weiß gehaltenen Inneren. Johann Sebastian Bach große h-Moll-Messe am 14. September dort aufführen zu lassen, ist absolut angemessen. Das Vokal- und Instrumentalensemble Vox Luminis dürfte für eine sehr in sich geschlossene Aufführung bürgen.

Insgesamt strebt das 29. Musikfest deutlich stärker in die Nordwest-Region westlich der Weser als östlich Richtung Hamburg. Im Schloss zu Jever präsentieren Solisten der Akademie für Alte Musik Bremen am 26. August „Katharinas Hofmusik“. Auf dem friesländischen Schloss Gödens treffen sich David Fray (Klavier), Gérard Caussée (Viola) und Paul Meyer (Klarinette) am 7. September zum „Schlosskonzert”. Das höchst renommierte Barockorchester Europa Galante unter Fabio Biondi geht am 11. September in St. Florian in Sillenstede (Friesland) auf Europareise. Am 12. September dürfte das Freiburger Barockorchester ein großes Publikum nach Friesoythe (Kreis Cloppenburg) locken. René Jacobs stellt den „jungen Händel in Italien” vor.

Ins Arp-Schnitger-Festival, seit vielen Jahren in Musikfest integriert, sind diesmal St. Cosmas in Bockhorn (30. August/Violine und Orgel) und St. Cyprian in Ganderkesee (2. September/Concerto Paladino) einbezogen.

Richtig geklotzt wird natürlich in Bremen. Dort wird der größte Teil des Gesamtetats von 3,2 Millionen Euro eingesetzt. Schon die eröffnende „Große Nachtmusik” um den Dom herum wartet in den drei Zeitfenstern mit dem griechischen Pultstar Teodor Currentzis und Beethovens Fünfter, Sechster und Siebter auf. Entscheiden müssen sich die Hörer in diesen Wandelkonzerten für drei von neun Spielorten.

Einige Heimspiele

Zu den Höhepunkten zählen sicherlich die konzertant aufgeführten Opern in der Glocke: Am 1. September „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach mit den Musiciens du Louvre unter Marc Minkowski und am 4. September Gioacchino Rossinis „Barbiere di Siviglia” mit dem Cercle de l’Harmonie unter Jeremie Rhorer. In den Sinfoniekonzerten haben die Bremer Philharmoniker und die Deutsche Kammerphilharmonie Heimspiele. Bei solchen Klangkörpern zu Hause muss kein Intendant in der Ferne nach Anderem suchen.

Nicht nur Thomas Albert schwärmt vom eigenen Musikfest, sondern jährlich stets um die 30 000 Besucher insgesamt. Folglich hat der Aufsichtsrat seinen Vertrag aktuell bis in das Jahr 2023 verlängert.

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