BREMEN/OLDENBURG - Im Nordwesten der Republik pflegt man Freundschaften. So scheint es beinahe selbstverständlich, dass die Evangelische Kirche des Zwei-Städte-Staates Bremen als Gastgeberin des 32. Deutschen Evangelischen Kirchentages vom 20. bis 24. Mai sich der Hilfsbereitschaft der Landeskirchen aus Oldenburg und Hannover sowie der Reformierten Kirche in Leer gern bedient.

Allein aus dem Oldenburger Land werden sich 60 kirchliche Gruppen an dem großen Laientreffen in der Hansestadt beteiligen, ganz zu schweigen von Quartiergewährung, für die die Hansestadt kaum genug Platz haben dürfte. „Wir rechnen mit 100 000 Dauerteilnehmern“, sagte Kirchentags-Generalsekretärin Dr. Ellen Ueberschär (Fulda) am Freitag in Bremen, wo das Programm in groben Zügen vorgestellt wurde. Am Eröffnungstag werden es mehr als doppelt so viele Gäste sein. Die Organisatoren erwarten zum Auftakt am 20. Mai 250 000 Besucher.

„Bremen freut sich auf den Kirchentag als eine der größten und bedeutendsten Veranstaltungen, für die wir Gastgeber sein dürfen“, sagte Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD). Der Kirchentag werde „in jedem Stadtviertel“ präsent sein.

Unter dem Slogan „Mensch, wo bist du?“ will der Kirchentag nach Angaben seiner Präsidentin Prof. Dr. Karin von Welck (Hamburg) in einer wirtschaftlich schwierigen Situation „Mut machen, die Dinge kritisch zu hinterfragen“. An prominenten Gästen mangelt es nicht. Neben Politikern wie Thomas de Maiziere und Gesine Schwan ist zum Beispiel der Träger des Deutschen Umweltpreises, Ernst-Ulrich von Weizsäcker, eingeladen. Aber auch der Wahnbeker Astronaut Thomas Reiter und der ehemalige Leiter des Hanse-Wissenschaftskollegs Delmenhorst, Prof. Dr. Gerhard Roth, stehen auf der Rednerliste.

Der Kirchentag in Bremen steht unter einem besonderen Stern. Er findet nicht nur im 60. Jahr nach der Verkündung des Grundgesetzes statt, sondern auch zeitgleich mit der Bundespräsidentenwahl (am 23. Mai). Zudem ist er der erste von drei Kirchentagen innerhalb dreier Jahre: 2010 findet der 2. Ökumenische Kirchentag in München statt und 2011 der nächste Evangelische Kirchentag in Dresden, merkte der Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK), Pastor Renke Brahms, an.

Im Übrigen müssen sich die Bremer Kirchentagsbesucher an ein neues Gesicht gewöhnen. Als Kirchentagspastor tritt künftig Joachim Lenz (Rheinische Kirche) auf. Er löst in dieser Funktion einen gewissen Jan Janssen ab. Letzterer ist seit Oktober vergangenen Jahres Bischof in Oldenburg.

Ganz sicher wird Janssen einer der 100 000 Dauerteilnehmer von Bremen sein.

Infos unter www.kirchentag.de