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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Mit einem feinen Sinn für Ironie

08.05.2019

Bremen /Oldenburg Eigentlich heißt er Bernd Werner Joseph Mönster. Das ist für einen Künstler natürlich viel zu bürgerlich. Deshalb nennt er sich Jub Mönster. Nun macht sich der in Oldenburg geborene und in Bremen arbeitende Maler und Zeichner zu seinem 70. Geburtstag in diesem Jahr selbst ein Geschenk: Er gestaltete einen Prachtband, der viel mehr ist als nur ein bloßer Katalog seiner Werke. „Ich wollte keine Retrospektive“, sagt Mönster, „ich wollte auf die Bilder der vergangenen zwei, drei Jahre hinweisen – und ein schönes Buch schaffen.“

Bankkaufmann gelernt

Das ist ihm gelungen. Der quietschbunte Prachtband mit technisch hervorragenden Reproduktionen und dem vielsagenden Titel „Na, hast du noch Lust?“ versammelt großformatige Acrylbilder, Arbeiten aus der Serie „Malerei auf Malerei“ sowie neue Kugelschreiberzeichnungen, eine Spezialität des Künstlers. Ergänzt wird das Ganze durch zwei erläuternde Texte.

Jub Mönster wurde 1949 in Oldenburg geboren. Er, der immer schon viel zeichnete, erlangte die Mittlere Reife, lernte den Beruf des Bankkaufmanns bei der Bremer Landesbank in Oldenburg, um sich dann der Kunst zu widmen.

Bis heute fühlt sich Mönster dem Oldenburgischen verpflichtet. „Meine Heimat!“, sagt er, der kein Klassentreffen auslässt und Grünkohlfahrten liebt – und den VfB Oldenburg, besonders den aus den nostalgischen Zeiten mit dem Stadion in Donnerschwee. „Jeden Sonntag schaue ich nach dem Ergebnis des VfB. Und jeden Sonntag bin ich enttäuscht!“

Mönster besuchte von 1970 bis 1972 die Fachoberschule für Gestaltung in Bremen, später dann bis 1975 belegte er an der Hochschule für Gestaltung die Fächer Bildhauerei und Malerei, auch Film. Eine recht bunte Mischung, die zu dem Künstler passt. 1978 kam Mönster in den Genuss des Kulturaustausches durch das Auswärtige Amt, dabei arbeitete er zeitweilig in Norwegen. Als Stipendiat weilte er auch in Frankreich, später in Berlin oder auf der Insel Elba.

1980 wurde er zum Gründungsmitglied der Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen. Inzwischen kann der vielseitige Künstler mehrere Preise aufweisen, so 1983 ein Stipendium der Stadt Wilhelmshaven, später folgten Auszeichnungen durch Radio Bremen, Berliner Institutionen oder die Stadt Ibbenbüren.

Mehrfach schuf er große Wandbilder, auch in seiner Hansestadt, darunter „En passant“ (18 Meter mal 13 Meter). Das ist weithin sichtbar bis heute an der Dobbenfassade.

1987 konnte das erste von Mönster illustrierte Kinderbuch „Mein verlorenes Land“ von Huynh Quang Nhuong den deutschen Jugendliteraturpreis gewinnen. Mönster bekam einen „Imke Folkerts Preis für bildende Kunst“ und nahm an diversen Festivals teil, so 2010 am „European Festival of Monumental Painting“ in Danzig. Heute finden sich seine Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen.

Für den Oldenburger Autor Klaus Modick („Konzert ohne Dichter“) gestaltete er den Buchumschlag des Romans „Vierundzwanzig Türen“. Dass er für Werder Bremen seit Jahren eine Spezialedition schafft, die an sogenannte VIPs verteilt wird, sei nur am Rande erwähnt.

Bis zum 90. Geburtstag

Zuletzt hatte der Künstler durch Ausstellungen in der Galerie Moderne in Bad Zwischenahn sowie im Kunstverein Eschwege für Aufsehen gesorgt. Nicht nur diese Ausstellungen zeigen: Mönster mischt gern detailfreudig das Realistische mit dem Fiktiven, er setzt auf Experimente, und er liebt den Humor. Und einen sehr feinen Sinn für Ironie hat er auch. Gefragt, ob er, der im Juli 70 Jahre alt wird, nicht doch viel lieber eine Retrospektive als ein Buch mit neueren Arbeiten gehabt hätte, sagt er: „Die Retrospektive kann bis zu meinem 90. Geburtstag warten.“

Diese Einstellung scheint, um es mit einem Lieblingswort von Bertolt Brecht zu sagen, vernünftig.

Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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