BREMEN - Das Publikum applaudierte artig. Doch das Ein-Personen-Stück litt unter Längen.

Von Corinna Laubach

BREMEN - Da steht er nun. Zwar in der Ecke, aber unübersehbar. Groß, imposant und voluminös: Der Kontrabass. Geliebtes und gehasstes Instrument des Musikers zugleich.

Wohin einen die Zwangsehe mit einem Kontrabass treiben kann, das lässt sich ab sofort auf dem Theaterschiff mitverfolgen. Gut eineinhalb Stunden ist das Publikum zu Gast beim „verbeamteten Genie“ aus dem Staatsorchester. Einer armen Socke, die ihr Dasein im schallisolierten Akustikraum fristet, um keinen bei den tiefen Tönen zu stören.

Wenngleich: Zu üben, das hat er längst abgeschrieben. Die paar Noten, die es da zu spielen gäbe, die würde er aus dem Ärmel schütteln. Zur Untermauerung schlurft er in seinem Morgenrock und Pantoffeln samt Instrument an die Rampe und streicht ein paar Töne. „Das ist ekelhaft. Solch ein Waldschrat von einem Instrument“, echauffiert sich der Musiker in den besten Jahren. „Wissen Sie, ich bin manchmal einsam“, lässt er durchblicken.

Betonen hätte er es nicht müssen, reicht doch der Blick auf die ungepflegte Erscheinung, den immensen Bierkonsum und die lieblose Einrichtung allemal. Schuld daran ist natürlich er, der Kontrabass. „Der Dreckskasten“, wie er seinen Mitbewohner auch in einen der zahlreichen emotionalen Ausbrüche nennt, wenn er sich in musikgeschichtlichen Abhandlungen im Allgemeinen und der Rolle des Kontrabasses im Besonderen verliert.

Er, 49, ist verliebt in Sarah, 25, Sopranistin. Zwei Gegenpole, die einfach nicht zusammen kommen können.

„Der Kontrabass“ aus Patrick Süskinds Feder ist bereits seit 20 Jahren ein Garant für Bühnenerfolg. Dennoch, auf dem Theaterschiff will der Funke nicht so recht überspringen. Knut Schakinnis zeigt sich in dem Ein-Personen-Stück ambitioniert, aber eine gesunde Straffung hätte mehr Wirkung gezeigt. Insgesamt mimt er den unglücklichen Musiker aber überzeugend. Vom Publikum gab es reichlich Applaus.

Die nächsten Vorstellungen sind am 30. April um 19 Uhr, am 4. Mai um 20 Uhr und am 28. Mai um 19 Uhr. Karten gibt es unter Telefon 0421/790 86 00.

Mehr Infos unter www.theaterschiff-bremen.de