BREMEN - „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.“ Dieses Sprichwort ist absolut nicht auf Mütter zu übertragen, denn der erste Teil ist dann komplett falsch, wie Ilona Schulz in ihrer witzigen Eingangsszene, die alle Empfindungen einer Mutter bei der Geburt im Zeitraffer sehr pointiert vorführte. Und der zweite Teil ist, was Mütter angeht, total untertrieben.

Das Stück „Traumfrau Mutter“ stammt aus Kanada, wo sich sechs Frauen, alles Mütter, trafen und ihre Empfindungen und Erlebnisse zu einem Stück bzw. eher einer kabarettistischen Revue zusammenschrieben. Es wurde international ein großer Erfolg.

Komiker Ingolf Lück hat das Stück für Deutschland inszeniert, auch um einige Szenen erweitert. Als Sommerbespielung des Bremer Theaters gastiert die Truppe nun im Theater am Goetheplatz.

Es sind vor allem die kleinen und großen Katastrophen, von stinkender Windelbrühe, bespuckter Kleidung oder dem Verzehr einer Zahnpastatube bis zum Unverständnis des Partners, die hier oft mit viel Witz und Komik geschildert werden. Dabei bedient sich Regisseur Lück überwiegend (und oft zu viel) aus dem mimischen und gestischen Ausdrucksrepertoire der „Comedians“.

Auch wenn die Darstellerinnen mitunter kleine Texthänger hatten, so agierten sie doch alle mit viel „Power“. Kathleen Gallego Zapata, Cay Helmich, Katharina Hoffmann, Maria Schuster (mit Gesangseinlagen) und Simone Grubert (sie musste mutig zweimal splitterfasernackt über die Bühne huschen, weil ihre Kleine just dann etwas anstellte, als sie gerade ihren Badeanzug ausgezogen hatte) waren die „Supermuttis“, die Spagat zwischen Frust und Freude bewältigen mussten. Ängste bei Erziehungsfragen, der Verzicht auf Karriere und das Sexualleben mit Still-BH – alles wurde slapstickartig beleuchtet. Viele Pointen saßen: „Ich musste im Hort erklären, dass mein Töchterchen das Wort ‚Sticken’ nur mit ‚F’ aussprechen kann“ oder „Mutti, schminkst du dich, damit die Leute denken, dass du schön bist?“.

Es gab aber auch ernste Töne wie die Angst um ein lebensbedrohlich erkranktes Kind oder das Bekenntnis zu einem Kind mit Down-Syndrom. Das gehört zwar zum Thema, wirkte aber in diesem Rahmen fast als Fremdkörper. Der thematische Kreis war aber bald ausgeschritten, eine gute halbe Stunde hätte das Stück kürzer sein dürfen. Gleichwohl waren es viele Wahrheiten, die locker verkündet wurden. Die überwiegend weiblichen Zuschauer waren jedenfalls begeistert, wohl auch, weil sie eigene Erfahrungen wiedererkannten.

Täglich zu sehen, außer montags, bis zum 3. August, Karten unter 0421/3 65 33 33