BRETTORF - Mit Heinz Otte feiert heute ein Brettorfer Urgestein seinen 80. Geburtstag. Der rüstige Rentner stammt aus einer alteingesessenen Handwerkerfamilie. „Meine Vorfahren waren alle Zimmerleute“, erzählt er und fügt hinzu, dass er wegen seiner Höhenangst für diesen Beruf ungeeignet war und deshalb Landwirt wurde. Sein Bruder Hermann, der die Tradition hätte fortsetzen sollen, fiel mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg. Ganz untergegangen sei die Tradition aber nicht, denn Neffe Gerd Scheeland und dessen Sohn Maik hätten das Zimmerhandwerk erlernt.

Nebenberuflich war Otte mehrere Jahre als Messgehilfe bei der Flurbereinigung tätig. Außerdem arbeitete er als Bodenschätzer für das Finanzamt Vechta. 1959 schloss er die Ehe mit Anni, geborene Diekmann, aus Mahlstedt. Sie arbeitete als Melkkontrolleurin und kam 1978 auf einer Einsatzfahrt durch einen Autounfall auf dem Bahnübergang Haidhäuser ums Leben. Nach dem Tod seiner Frau lernte Heinz Otte die ebenfalls verwitwete Erna Glaus kennen, die mit ihren Kindern zu ihm auf die Hofstelle in Brettorf zog. „Wir wohnen jetzt schon fast 30 Jahre zusammen“, erzählt das Paar. „Wir verstehen uns beide auch gut mit den sieben Kindern und Schwiegerkindern sowie mit den 18 Enkeln und vier Urenkeln.“

Schon in jungen Jahren wurde Otte Mitglied im Turnverein Brettorf. „Ich habe über 40 Jahre aktiv Faustball gespielt, und elf Jahre war ich Spielwart“, berichtet er. Als Zuschauer nehme er immer noch gern an jedem Bundesliga-Spiel teil. Weiter ist Otte seit Jahrzehnten im Schützenverein Brettorf.

Von frühauf hat er sich für Musik begeistert. Er spielt Handharmonika. „Als junger Mann habe ich auf jeder Hochzeitsfeier im Dorf zusammen mit drei oder vier anderen Leuten für die Musik gesorgt.“ Auf Richtfesten in Brettorf und auch auswärts spiele er immer noch. Ansonsten versorgt er täglich liebevoll zwei Pferde und zwei Schäferhundmischlinge und hält den Garten in Ordnung. Der runde Geburtstag wird auf der Diele mit Nachbarn und Freunden gefeiert. Kinder und Enkel kommen am Wochenende.