Nordenham - Brigitte Spalenka und Horst Rix sind die Menschen des Jahres 2013 in Nordenham. Beim Jahresempfang der Nordwest-Zeitung und der Oldenburgischen Landesbank am Sonnabend im Güterschuppen des Theaters Fatale erhielten die beiden vor rund 160 geladenen Gästen ihre Auszeichnungen.
Für ihren ehrenamtlichen Einsatz wurden sie nicht nur mit exklusiven Ehrennadeln aus Silber und Gold ausgezeichnet. Beide durften sich darüber hinaus über Blumen, Urkunden und einen Geldpreis in Höhe von 250 Euro freuen. Und natürlich über den großen Applaus des Publikums.
NWZ -Chefredakteur Rolf Seelheim, Landrat Thomas Brückmann, Bürgermeister Hans Francksen und der OLB-Filialleiter Tammo Seltmann hoben in ihren Reden die Bedeutung des Ehrenamtes für den Zusammenhalt in der Gesellschaft hervor. Die Auszeichnung der beiden Preisträger übernahmen der Leiter der NWZ -Redaktion Nordenham, Norbert Hartfil, und Hans Francksen. Mit der Anstecknadel in Form des Nordenhamer Leuchtturms hatten die Gratulanten so ihre Probleme. Weder Hans Francksen noch Norbert Hartfil hatten ihre Brille zur Hand. Und so scheiterten beide an der feinmotorischen Herausforderung, den Menschen des Jahres ihre Auszeichnung ans Revers zu heften. Brigitte Spalenka und Horst Rix nahmen’s mit Humor.
Zwölf Männer und Frauen hatten die Leser der Nordwest-Zeitung für den Ehrenamtspreis nominiert. Eine fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Bürgermeister Hans Francksen hatte die Preisträger aus dem Kreis der Nominierten ausgewählt. Norbert Hartfil betonte, dass sie alle den Preis verdient gehabt hätten.
Glaube gibt Halt
Brigitte Spalenka engagiert sich seit vier Jahrzehnten in der evangelischen Kinderkirche. Ihre Überzeugung ist es, dass der Glaube den Kindern im Leben viel Halt gibt. Seit 2009 ist die 70-Jährige zudem als Bordbesucherin für die Deutsche Seemannsmission in Nordenham tätig. „Mir liegt es nicht, vor so vielen Menschen zu sprechen“, sagte die Phiesewarderin, als sie auf die Bühne gebeten wurde. „Ich spreche lieber von Mensch zu Mensch.“
Einen Eindruck von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bekam das Publikum in einem Video, in dem NWZ-TV die ehemalige Grundschullehrerin bei einem Schiffsbesuch begleitete. Brigitte Spalenka spricht die Sprache vieler Seele, weil sie Englisch, Französisch und Italienisch beherrscht. Oft wird sie bei ihren Bordbesuchen von ihrem Mann Peter begleitet. Der gebürtige Prager spricht Tschechisch, Polnisch und Russisch. Sie habe großes Interesse an den Menschen unterschiedlicher Nationen, sagte die 70-Jährige.
Bei der Auszeichnung von Brigitte Spalenka war sich die Jury einig. Bei Horst Rix sah es anders aus. Norbert Hartfil machte kein Geheimnis daraus, dass er sich an der Abstimmung für Horst Rix nicht beteiligte habe, um nicht in den Verdacht zu geraten, dass verwandtschaftliche Beziehung eine Rolle gespielt haben könnten. Der 78-Jährige ist schließlich sein Schwiegervater. Bürgermeister Hans Francksen machte allerdings deutlich, dass Horst Rix darunter nicht leiden dürfe. Und so übernahm das Stadtoberhaupt die Auszeichnung für den Nordenhamer des Jahres 2013, der in den 70er-Jahren die Nordenhamer Woche zu einem Aushängeschild der Stadt entwickelt hatte.
Vielen ist „Mister Norwo“ auch als Stimme Nordenhams bekannt. Er war Mitbegründer des Bürgerrundfunks in Nordenham und hat bis zuletzt in zahllosen Sendungen das Programm mitgestaltet. Seinen eigenen Beitrag am Erfolg der Norwo, die es inzwischen nicht mehr gibt, will Horst Rix nicht überbewerten. Seinerzeit seien es vor allem die Vereine gewesen, die mit ihrer Beteiligung den Erfolg des Veranstaltungsreigens ausmachten, sagte er. Als „herausragend“ seien ihm die Miss-Wahlen vor großem Publikum in Erinnerung geblieben.
Das schöne Gefühl
Die Bescheidenheit der Ehrenamtlichen, die ihren eigenen Beitrag am Gemeinwohl gerne herunterspielen, ist ein Zeichen dafür, dass es ihnen nicht um persönliche Vorteile geht. „Ihnen reicht das schöne Gefühl, geholfen und eine gute Sache unterstützt zu haben“, sagte Norbert Hartfil. Der NWZ -Redaktionsleiter machte deutlich, dass die Leistungen aller anderen Nominierten nicht weniger großartig seien. „Mit der Ehrung der Nordenhamerin und des Nordenhamer des Jahres möchten wir stellvertretend das Ehrenamt an sich würdigen.“
