Jeverland - Die Queen auf Deutschlandbesuch – doch das Jeverland lässt die britische Königin Elizabeth II. leider wieder einmal aus. Dabei hat sie hier im Nordwesten echte Fans – sogenannte „Royals“, wie die richtigen Fans des Königshauses auch genannt werden. Und auch mehrere Untertanen würden sich über eine Visite ihrer Königin sehr freuen.

Dr. William Pugh, Opern-, Konzert- und Kirchensänger, und seine Frau, Tänzerin und Ballettlehrerin Susan Preston aus Schortens zum Beispiel: „Ich bin Engländer, meine Frau ist Irin: Und wir sind beide Monarchisten“, sagt Pugh. „Ich glaube, so manch ein Deutscher beneidet uns um unser Königshaus“, fügt er lachend hinzu.

Schon den ganzen Tag hat Pugh im Fernsehen den Besuch der Queen in Deutschland verfolgt. „Ich finde es sehr bemerkenswert, dass die Frau in ihrem Alter so pflichtbewusst die anstrengende Reise auf sich nimmt“, meint Pugh.

Pugh schmunzelt. „Die Queen ist in Großbritannien schon sehr beliebt – aber ich glaube, in Deutschland ist sie noch beliebter.“

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Das bestätigt Maike Rickmann: Wenn die 44-Jährige, Englischlehrerin an der Elisa-Kauffeld-Oberschule in Jever, über England und speziell über das britische Königshaus erzählt, beginnt sie zu strahlen. „Das fand ich einfach schon immer toll“, sagt sie.

Schon während ihres Englisch-Studiums interessierte sie sich für die britische Monarchie. „Das Thema meiner mündlichen Prüfung war sogar die Zukunft des Königshauses“, erinnert sich Maike Rickmann. Bis heute verfolgt sie alles rund um die Royals.

Fragt man Maike Rickmann nach der Queen, wird sofort ihre Bewunderung deutlich. „Das Königshaus und auch besonders die Queen stehen einfach für alte Traditionen und Werte – das finde ich klasse.“ Rickmann schätzt das Pflichtbewusstsein der Queen. „Sie ist zwar schon älter, aber sie zieht ihren Job durch – solange sie stehen kann.“

So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Besuch in Bergen-Belsen nach Angaben der britischen Botschaft ihr eigener persönlicher Wunsch war. Bergen-Belsen ist das einzige größere Konzentrationslager, das von britischen Truppen befreit wurde. Hier starben mehr als 52.000 KZ-Häftlinge und rund 20.000 Kriegsgefangene.

Bei dem gut halbstündigen Aufenthalt der Queen in Bergen-Belsen ist auch ein Treffen mit Überlebenden des Lagers und britischen Veteranen, die an der Befreiung von Bergen-Belsen im April vor 70 Jahren beteiligt waren, angesetzt. Gemeinsam mit Prinz Philip will die Queen an der Inschriftenwand zum Gedenken an die Opfer des Lagers einen Kranz niederlegen.

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt