Das Buch
„Straßen und Plätze
in Oldenburg Bd. 3 – Denkmäler und Skulpturen“ von Michael P. Hopp ist im Isensee-Verlag erschienen. Es hat 100 Abbildungen auf 60 Seiten und kostet 12,80 Euro.Der Autor spürt zahlreiche Skulpturen und Erinnerungs-Male auf und holt sie damit auch aus der Vergessenheit. Alle sind Teil dieser Stadt.
Von Karsten Röhr
Oldenburg Die Oldenburger lieben ihre Stadt – und sie interessieren sich für sie. Kein Wunder also, dass die Isensee-Reihe „Straßen und Plätze in Oldenburg“ bereits mit ihrem dritten Band erscheint. Unter dem Titel „Denkmäler und Skulpturen“ ist er am Freitag vorgelegt worden.
Autor Michael P. Hopp lädt die Leser auf einen spannenden Streifzug ein und holt die Denkmäler aus ihrer Unsichtbarkeit ins Licht. Auf 100 alten und auch einigen ganz neuen Schwarz-Weiß-Bildern aus dem Bildarchiv des Verlags zeigt Hopp eine hervorragende Auswahl der rund 360 Skulpturen, Plastiken, Büsten, Standbilder, Kriegerdenkmale und Ehrenmale, die es in Oldenburg gibt. Aber vielmehr als das: Knapp und in seinem Urteil zurückhaltend, aber doch vielsagend, stellt Hopp die Kunstwerke nicht nur dar, sondern erinnert oft auch an ihren Entstehungszusammenhang und verfolgt den Umgang mit ihnen. Dazu zählen etwa die verschiedenen Standorte und Umzüge des riesigen Löwen, der heute vor dem Landesbehördenzentrum steht, er dokumentiert die kühle Versetzung des Herzog-Peter-Friedrich-Ludwig-Denkmals am Schlossplatz und zeigt alle Denkmäler und Skulpturen, die im Zusammenhang mit der ECE-Baustelle nun heimatlos geworden sind. Auch die durch ihren Standort herabgewürdigte Höglsche
Blickpunktvase an der Straße Schloßplatz findet sich hier, die Fischerknaben, die Siegessäule, die immer weiter ins Abseits bugsierten Betonpferde am Pferdemarkt (auch mit einer hübschen alten Ansicht), die Entwicklung des Reimann-Brunnens am Lefferseck, das Mahnmal an der Peterstraße, die Vielzahl der Kriegerdenkmale und Ehrenmale und all die Denkmal-Büsten: der inzwischen aus der damaligen Symmetrieachse gerückte „Turnvater“ Jahn, Mosen, Herbart, Lange, Jaspers, Carl von Ossietzky und Rudolf Bultmann. Aber auch schöne Rehe, Fohlen, Entenfänger und Kraniche sind hier versammelt.
„Das Thema ,Denkmäler’ ist ganz aktuell, wenn man etwa an die Bären denkt oder auch an die neuen Denkmals-Paten“, sagt Verleger Florian Isensee. „Wenn man das Buch zur Hand nimmt, sieht man aber erst richtig, wie aktuell das Thema tatsächlich ist. Denkmäler würden „zu bestimmten Zeiten an bestimmte Orte gesetzt und dann, irgendwann, oft rein pragmatisch, versetzt.“ Manchmal ist das unschädlich, manchmal aber auch misslungen. Eins von vielen Beispielen sei die große Höglsche Vase, die heute kaum mehr sei als ein Eckpfeiler und eine Autobegrenzung.
Für Michael P. Hopp ist all das Eingefangene „einfach ein Stück Zeitgeschichte“. Auch die zahlreichen Kriegerdenkmale seien „steinerne Wirklichkeit“ – sicherlich: manche wenig gepflegt, einige auch schon so gut versteckt, dass man sie kaum noch wahrnehme. Hopp hat sie aus diesem Schlaf geholt und bietet ein feines Spektrum an für persönliche Seherfahrungen, Ansichten und Urteile.
