Bösel - Über „Nachwuchs“ freut sich die DJK-Theatergruppe Bösel. Erstmals spielen Sabrina Kleefeld und Julia Kleymann mit. Dabei hat es die beiden bisher eigentlich nie ins Rampenlicht der Theaterbühne gezogen. Irgendwann stand Anita Hempen, die Regisseurin der Theatergruppe, vor der Tür, in der Hand Textbücher, bereits mit den Namen der beiden neuen Akteurinnen versehen.
„Ich dachte, ich bekomme zunächst eine kleine Rolle“, schildert Sabrina Kleefeld. „Nur rund 100 Einsätze“ hatte Anita Hempen ihr die Rolle schmackhaft gemacht. Letztlich sind es mehr als 120. Und „eine ganze Menge Text zu lernen“. „Anfangs dachte ich: Das schaffst du nie.“ Sie spielt im neuen Stück Birte, eine „nervige Hellseherin“. Die drängt sich der Witwe (Linda Südkamp) von Thomas Hartog (Peter Wendeln), einem Hochstapler, der durch mysteriöse Umstände bei einem Autounfall sein Leben gelassen hat, auf.
Längere Dialoge seien gar nicht mal die Herausforderung, sagt die gebürtige Alten-oytherin, die durch ihren Freund Michael Pundt – er ist im Orga-Team – vor vier Jahren Verbindung zur Theatergruppe gefunden hatte. Den Einsatz nicht zu verpassen, wenn die Hellseherin etwas in ein Gespräch hineinwirft, das sei schwierig. Plattdeutsch hat die 35-Jährige mittlerweile ganz gut drauf. Anfangs konnte sie zwar „Platt“ verstehen, gesprochen hat sie aber kein Wort. Eine Hilfe war ihr Monika Preuth (Souffleuse). Gemeinsam hatten sie den Text durchgearbeitet und die Aussprache der plattdeutschen Begriffe neben den Text geschrieben.
Die Zeit des Textpaukens müsse bald vorbei sein, Ansporn von Sabrina Kleefeld ist: „Je eher der Text sitzt, desto früher kann ich mich auf das Spielen konzentrieren.“
Schnell gelernt hatte Julia Kleymann ihren Text. Sie spielt einen Engel, sagt nur einen kompletten Satz. „Nächstes Mal möchte ich mehr“, sagt sie mit einem Lächeln, sie hat Blut geleckt, Theaterblut. Nervös werde sie nicht vor den Auftritten, glaubt die Böselerin, die eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Vielmehr findet sie es spannend zu sehen, wie sich das Stück entwickelt, wie die Schauspieler letztlich in der echten Bühnenkulisse agieren. „Das wird richtig witzig“, sind sich die Neulinge einig.
Erfahrungen auf der Bühne hat keine von beiden, vom Grundschultheater oder Reden als Schülersprecherin einmal abgesehen. Es sei eine gewisse Überwindung, sich „zu trauen“, sagt Sabrina Kleefeld, sich in die Rolle fallen zu lassen. Mit dem „bunten Haufen“ der DJK-Theatergruppe mache das Spielen aber großen Spaß.
Ein Mittel gegen das Lampenfieber vor der Premiere hat Sabrina Kleefeld nicht. Dass sie nervös sein werde, hält sie für ausgemachte Sache, denn viele Besucher werde die Zahnarzthelferin in einer Böseler Praxis persönlich kennen. Die größte Angst? die vor dem totalen Blackout: „Nicht nur ein Textaussetzer, sondern gar nicht mehr reinfinden.“ Schauspieler-Kollegin Linda Südkamp habe ihr einen hilfreichen Ratschlag gegeben: „Stell’ Dir vor, das da vorne sind alles Kohlköpfe.“
