Oldenburg - Das Stadtmuseum ist ein Treffpunkt für alle Bevölkerungsgruppen. Nicht nur die Geschichte, sondern auch Themen der Gegenwart und Zukunft finden hier Platz: Dieses weitgefasste Bild vom Stadtmuseum haben rund 50 Teilnehmer eines „Stadtlabors“ entworfen.

Einen Tag lang diskutierten Bürger am Samstag über die Aufgaben des Museums und die geplante Erweiterung. Bereits am Freitag hatten Fachleute über die Neugestaltung debattiert.

2500 Bürger hatten die Organisatoren anhand von Daten des Einwohnermelderegisters angeschrieben, um einen Querschnitt der Bevölkerung einladen zu können. „Der Rücklauf entsprach dem, was wir von vergleichbaren Einladungen kennen“, berichtete Jascha Rohr, Institut für Partizipatives Gestalten mit Sitz in der Moltkestraße, das die Veranstaltung im Auftrag der Stadt vorbereitet hat.

In Themenbereichen sammelten die Teilnehmer Ideen zur Nutzung der Ausstellungsflächen, zur räumlichen Gestaltung und zur Aufwertung des Erscheinungsbildes.

Ein zentraler Aspekt ist für Rohr der Wunsch nach einer stärkeren Öffnung, „sowohl inhaltlich als auch räumlich“. Zahlreiche Vorschläge zielten darauf ab, das Gebäude besser an den Lappan und die Innenstadt anzubinden. Der Eingangsbereich zum Gebäude müsse attraktiver werden.

Ein wichtiger Punkt sei die Öffnung für neue Benutzergruppen. Zusätzlich zu klassischen Museumsbesuchern sollten neue Angebote zum Beispiel Menschen mit geringerer Bildung ansprechen. „Wunsch ist es auch, das Museum für Fragen der Gegenwart und Zukunft zu öffnen – als Marktplatz für die Stadt.“

Museumsleiter Andreas von Seggern äußerte sich überrascht über die Fülle von Vorschlägen. „Wir wissen um unsere Defizite. Es ist für den Prozess hilfreich, wenn sie uns auf diese Weise gespiegelt werden.“ Positiv registriert habe er die Bereitschaft der Teilnehmer, sich für das Stadtmuseum engagieren.

Nach Aussage von Nicole Deufel, Leiterin der städtischen Museen, fließen die Ergebnisse des „Stadtlabors“ in die Machbarkeitsstudie ein. Das Berliner Architekturbüro Scheidt Kasprusch hat den Auftrag erhalten und soll im Frühjahr Ergebnisse vorlegen. Im nächsten Schritt folge ein Architekturwettbewerb.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann hatte angekündigt, die Stadt wolle das Museum modernisieren und neue Flächen schaffen. Offen ist, wann die Erweiterung beginnt. Der Haushalt 2017 sieht Planungskosten vor. Der Rat entscheidet darüber am 19. Dezember.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)