Ramsloh - Noch gibt es keinen Abrisstermin für die Kapelle auf dem Friedhof in Ramsloh. Das teilte Pfarrer Ludger Fischer von der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus am Dienstag auf Nachfrage der NWZ mit. Es fehle noch die Genehmigung des Bischöflich Münsterschen Offizialats für den Neubau der Kapelle, sagte Fischer. Er hoffe aber, dass diese nach den Sommerferien erfolgen werde.
Wie berichtet, ist die Friedhofskapelle, die 1968 errichtet und 1997 erweitert wurde, in die Jahre gekommen und weist erhebliche Baumängel auf. Darum hatte sich die katholische Kirchengemeinde dazu entschlossen, die alte Kapelle abzureißen und eine neue an gleicher Stelle zu errichten. Den Neubau hatten sich auch viele Bürger gewünscht. Ende April hatte die Kirchengemeinde das Bauvorhaben der Öffentlichkeit vorgestellt.
Gut angelaufen
Pfarrer Fischer hatte seinerzeit mitgeteilt, dass es für die Kapelle Friedhofsrücklagen in Höhe von 250 000 Euro gebe. Mit der Beteiligung der Gemeinde, der Bevölkerung sowie mit den ersten zugesagten Spenden müsse es machbar sein, die Maßnahme umzusetzen. Zudem hoffe man, die Kosten durch Eigenleistungen weiter senken zu können.
Haushalte seien bereits angeschrieben worden, sagte Pfarrer Fischer am Dienstag. „Die Spendenaktion ist sehr gut angelaufen. Erst vor vier Wochen hatten wir den Aufruf gestartet. Bisher sind über 15 000 Euro zusammengekommen“, freute sich Fischer. Das würde zeigen, dass die Menschen hinter dem Neubau stünden und sehen würden, dass eine neue Kapelle notwendig ist.
Der Eigenanteil der Kirchengemeinde liegt nach ersten Schätzungen bei etwa 150 000 Euro, der durch Spenden aufgebracht werden muss. Die Baukosten für die Kapelle würden sich auf 400 000 Euro belaufen. Weitere Kosten fallen an für die Einrichtung (60 000 Euro), den Abriss der alten Kapelle und Neugestaltung der Außenanlage (100 000 Euro), sonstige Kosten (90 000). Insgesamt müssen somit 650 000 Euro aufgebracht werden.€
Pfarrer Fischer hofft, dass die vorbereitenden Maßnahmen für den Abriss im Herbst angegangen werden könnten. Der Abriss und der Neubau könnten wohl erst im nächsten Jahr folgen. „Wir müssen die Zeit ohne Kapelle möglichst kurz halten. Auf den Abriss muss sofort der Neubau folgen“, sagte Fischer.
Wie berichtet, hat die Planungen für die neue Kapelle Kirchenarchitekt Theo Dwertmann aus Cappeln übernommen. Die alte Kapelle bietet vor allem zu wenig Plätze. Auch eine vernünftige Aufbahrungskammer, so Fischer, würde fehlen.
Drei Kühlkammern
Die neue Kapelle solle über eine helle, freundliche Andachtshalle mit etwa 100 Sitzplätzen für Trauergäste verfügen. Des Weiteren sind geplant: weitere überdachte Stehplätze, drei Kühlkammern, wobei bei Bedarf ein vierter Raum zur Kühlkammer umfunktioniert werden kann, eine getrennte Toilettenanlage mit einem Behinderten-WC, ein Vorbereitungs- und Umkleideraum für Mitwirkende der Trauerfeier, ein direkter Weg aus der Kapelle zum Friedhof, ein separater Zugang zu den Kühlkammern, ein rückwärtiger Zugang zu den Kühlkammern für die Bestatter, Gärtner und Floristen sowie die Erneuerung und Verbreiterung des Zugangs auf den Friedhof und Beleuchtung des Friedhofsvorplatzes.
