Bürgerfelde - Das wilde Durcheinander wird durch einen Ruf gestoppt, schon herrscht größte Disziplin: Es ist Probenzeit für die Bühnenabende des Bürgerfelder Turnerbundes (BTB). Alles muss sitzen, denn an diesem Freitag ist Premiere. Veranstaltungsleiterin Inken de Graaff ruft eine Gruppe nach der anderen zur Probe auf.
Gerade stehen die sechs „Jungs“ der Gruppe „Inkognito“ in ihren rot-schwarzen Kostümen bereit zum Tanz mit südamerikanischem Flair. Sabine Carstens hat sie fest im Griff. „Die fressen mir alle aus der Hand“, scherzt die Choreographin.
Die Aufführungstermine in der Halle 2 des Bürgerfelder Turnerbundes, Alexanderstraße 191, sind: Freitag, 8. November, ab 19 Uhr; Samstag, 9. November, ab 17 Uhr; Sonntag, 10. November, ab 15 Uhr; Dienstag, 12. November, bis Freitag, 15. November, jeweils ab 19 Uhr; Samstag, 16. November, ab 15 Uhr.
Karten (ab 7 Euro) gibt es im Vorverkauf bei Uhren Spiekermann an der Alexanderstraße 191 (geöffnet: Mo. bis Fr., 9 bis 14 Uhr; Di. und Do., 15 bis 18 Uhr, Sa., 9 bis 12 Uhr) und an der BTB-Info,
Schon wird der Bühnenplatz frei gemacht für 18 junge Frauen und Mädchen, eingehüllt in einem Meer aus Tüll. Unter der Leitung von Beverly Quirrenbach üben sie im Spitzentanz und Tutu zu Tschaikowskis „Schwanensee“. Die Bandbreite beim Bühnenabend ist wieder groß. Traditionell beginnt die Veranstaltung mit der Turn- und Sportshow, in der Mitglieder das große Spektrum des Vereinsangebotes zeigen. Nach einer Pause steht ein Theaterstück auf dem Programm. Das war schon immer so. Nur diesmal – erstmals – nicht auf Platt.
Eine Premiere feiern auch Melina Pelzer und ihr Bruder Florian. Sie treten zum ersten Mal als Moderatorenpaar auf. Während Florian schon ein „alter Hase“ bei den Bühnenprogrammen ist, betritt seine Schwester Neuland. „Es ist für mich aufregend, aber ich freue mich sehr auf die Premiere“, so Melina. Für Tontechnikerin Anja Scheffer ist es alles nur Routine. Allgemein ist unter den Akteuren eine gewisse Nervosität zu spüren, aber auch die Vorfreude auf den Tag X.
Bei der Laienspielgruppe sieht es nicht anders aus. Sie probt das Stück „Halbpension mit Leiche“. Alle acht Mitspielerinnen und Mitspieler haben sich gut vorbereitet. Für alle ganz neu: Man spricht Hochdeutsch. Nur das tüdelige Tantchen Schröder (dargestellt von Sabine Stigge) verfällt ab und zu noch ins Plattdeutsche. Sprachliche Problemzonen gibt es aber nicht. „Das Glas vor der Leiche auf dem Tisch muss umgefallen sein“, ist eine Anmerkung von der Regisseurin Gila Schmidt. Sie achtet auf jede Kleinigkeit, ist aber ganz zufrieden mit den Leistungen ihres Ensembles.
Pretty Wummen (Anke Reker), ihres Zeichens eine Mitarbeiterin in der Pension „Fünf im Glück“, ist die schillernde Figur auf der Bühne und eine Frau mit Vergangenheit. Sie hält „die Bude“ zusammen. Während der Probe taucht Armin Aufderhöhe (Hans-Jürgen Schröder) auf. Er ist Prüfer des Hotelverbandes. Schließlich will man fünf Sterne erreichen. Es gibt verständlicherweise einige Turbulenzen.
„Es macht so viel Spaß, Theater zu machen“, sagt Gila Schmidt – und alle bestätigen es. Man kann sich freuen auf einen spannenden wie unterhaltsamen Abend beim BTB.
