Bürgerfelde - Bei einer Entfernung von 1,20 Meter zwischen den eigenen beiden Händen braucht man 93,33 Menschen, um die Christuskirche zu umarmen. Kerstin Ebel, Vorsitzende des Gemeindebezirksausschusses, kann gleich mehrere Rechenbeispiele vorlegen, mit denen man herausfinden wollte, ob es überhaupt realistisch ist, dazu aufzurufen, eine Menschenkette rund um die Kirche zu bilden. Die ist nämlich an diesem Donnerstag 65 Jahre alt geworden. Der Geburtstag wird am Sonntag, 31. März, besonders. Und dabei soll das „Geburtstagskind“ auch umarmt werden.
„Wären Hunderte Menschen dafür nötig gewesen, hätten wir die Idee fallen lassen“, sagt Kerstin Ebel. Nun aber sind alle aufgerufen, sich zur großen Umarmung einzureihen. Das Geburtstagsfest am Sonntag beginnt um 10 Uhr mit einem Familiengottesdienst in der Kirche an der Harlingerstraße. Er wird von Pastorin Elke Andrae geleitet. Kinderchöre und der Jugendchor treten auf. „Mehr wissen wir auch noch nicht. Es soll Überraschungen geben“, so Kerstin Ebel. Anschließend sollte man auf die „Grünwesten“ achten. Mit diesen Kleidungsstücken sind die Mitglieder des Vorbereitungskreises ausgestattet, die nach dem Gottesdienst Jung und Alt so leiten, bis die Kirche eingekreist ist. Und dann: Achtung auf den Glockenklang. Er ist Auftakt zum Singen von Geburtstagsliedern. Diese Glocke spielt auch später noch eine Rolle. Wieder bei einer Überraschung. „Einer süßen“, mehr wird nicht verraten.
Stärken will man sich mit einem Mitbring-Brunch. „Das funktioniert hier immer erstaunlich gut“, weiß Kerstin Ebel, „da werden die tollsten Sachen mitgebracht.“ Die Kirchenältesten Sabina Dannemann, Eva Wagner und Doris Langer vom Vorbereitungskreis nicken. Gemeinsam etwas anzupacken, das klappe an der Christuskirche hervorragend, finden sie. Das letzte große Projekt war die neue Küche im Gemeindehaus. Dadurch entstanden sind wiederum der monatliche „Treffpunkt Suppentopf“ und das Gemeindefrühstück alle zwei Monate. „Die Kirche wird jetzt zwar 65, aber in Rente sind wir noch lange nicht“, sagt Sabina Dannemann bestimmt.
Drinnen im Kirchengebäude befindet sich übrigens noch ein „Geburtstagskind“: die Führer-Orgel. Sie wird 60 Jahre alt. Und womit wurde in den ersten fünf Jahren in der Christuskirche musiziert? „Mit dem Harmonium“, weiß Doris Langer, „das ging auch.“ Man ist hier eben flexibel.
