BüRGERFELDE/KREYENBRüCK - Kakteenfreunde lieben Sonne und Trockenheit. Das sagt zumindest Siegfried Janssen. Der 66-Jährige muss es wissen. Schließlich ist er Vorsitzender der Oldenburger Kakteenfreunde und seit 45 Jahren Liebhaber dieser die Trockenheit liebenden Pflanzen.
Der strömende Regen passt also eigentlich nicht zum Besuch im Kleingarten Stadtland in Bürgerfelde. Sei’s drum: In Janssens Gewächshaus ist es trocken, und hier stehen sie: mal länglich, mal bauchig, mal stachelig; Agaven, Aloen, Haworthien und andere Kakteen.
Aber Vorsicht! „Im Volksmund werden alle die Trockenheit liebenden Pflanzen als Kakteen bezeichnet“, erläutert Janssen. Die genaue Bezeichnung jedoch laute Sukkulenten. Das steht für wasserspeichernde Pflanzen. Denn: Kakteen kommen aus Amerika, andere trockenresistente Pflanzen indes von der südlichen Erdhalbkugel – zum Beispiel aus Afrika.
800 bis 1000 Sukkulenten besitzt Janssen mittlerweile. „Ich tausche mit anderen Liebhabern und bin Mitglied in englischen, amerikanischen und südafrikanischen Kakteengesellschaften“, erzählt der pensionierte Lehrer. Getauscht werden im Regelfall Samen. „Die Pflanzen wachsen dann heran“, sagt der 66-Jährige.
Auch wenn Janssen eine gemischte Sammlung besitzt, hat er eine Lieblingsgattung: die Haworthien. „Mir gefallen die unterschiedlichen Wachstumsformen und ihre Farbigkeit“, berichtet er.
Aber wie wird man eigentlich zum Kakteenfreund? „Als ich 1963 bei der Bundeswehr war, bekam ich von einer Vorzimmerdame blühende Kakteen geschenkt“, erinnert sich Janssen. Damals konnte er mit den Pflanzen allerdings nicht allzu viel anfangen. Er stellte sie auf die Fensterbank und hatte Glück: Südseite.
„Ein Jahr später blühten die Kakteen wieder, und ab sofort war ich Kakteenexperte“, berichtet Janssen und fügt hinzu: „Ich habe mir die Pflanzen dann genauer angeschaut, weitere Exemplare und Bücher gekauft.“
Seit rund zehn Jahren ist Janssen nun schon Vorsitzender der Oldenburger Kakteenfreunde. Mitglied ist er aber bereits seit dem Gründungsjahr 1976 (siehe Kasten links). Außerdem war er einst für sieben Jahre Präsident der Deutschen Kakteengesellschaft und saß auch schon den Bremer Kakteenfreunden vor.
