Bürgerfelde - Blühendes Leben auf dem Friedhof – klingt wie ein Widerspruch, ist aber keiner. Zumal der neue Friedhof des Kirchengemeinde Oldenburg mit dem „Grünen Hahn“ zertifiziert worden ist, sagt Dr. Jobst Seeber, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates der Kirchengemeinde Oldenburg. Das sei ein europäisches Gütesiegel, das in der Kategorie kirchliche Belange vergeben werde. Die Zertifizierung gilt auch für den Gertrudenkirchhof, der ebenfalls zur Kirchengemeinde Oldenburg gehört.
Zahlreiche Flächen auf den Friedhöfen werden laut Seeber seit geraumer Zeit nicht mehr so intensiv gepflegt wie früher. Der Natur werde so Gelegenheit gegeben, sich zu entwickeln. Mit großem Erfolg, wie die Untersuchung durch ein landschaftsökologisches Institut für den neuen Friedhof ergab. Gefunden wurden auch Pflanzen, die auf der Roten Liste stehen, also vom Aussterben bedroht sind. Dazu gehören Frauenmantel, Wald-Gelbstern, Frühlings-Fingerkraut, Erdbeer-Fingerkraut und Berg-Ehrenpreis.
Seeber kündigt an, dass das direkt an das Autobahndreieck West angrenzende, Wäldchen auf dem neuen Friedhof durchforstet und aufgeräumt wird. Das Schwach- und Totholz werde entfernt. Dort soll auch ein weiterer Eingang zum Friedhof angelegt werden, der über die Adolf-Grimme-Straße erreicht werden kann, kündigt Seeber an. Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats wundert sich über den Müll, der in dem Wäldchen herumliegt. Außerdem sind dort Mauerreste und Holzlatten gefunden worden. „War dort ein Schießstand oder gab es dort Tennisplätze“, fragt Seeber.
Denkbar ist für Seeber, dass in dem verbliebenen Wäldchen ein Friedwald für Urnenbestattungen angelegt werde. Überhaupt müsse sich die Gemeinde der veränderten Bestattungskultur anpassen. Immer mehr Gräber würden aufgegeben. Bestattungen würden in den nächsten Jahren um den Bereich der Kirche konzentriert, wodurch auf dem Friedhof nach und nach mehr Flächen frei werden. Gefeiert wird die Zertifizierung auf dem Gemeindefest am 26. Mai in und neben der Auferstehungskirche. Das Motto: „Blühendes Leben auf dem Friedhof“.
