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Hobby Hier haben Deutz und Fahr Vorfahrt

Bürstel/Immer - Es war nach einer Treibjagd im November 2015, als ein paar Jäger, von denen ja viele Landwirte sind, im damals noch existierenden Gasthof Witte in Immer am Tresen standen und sich über ihre Traktoren unterhielten. Und überrascht feststellten: Sie alle hatten einen – oder mehrere – Deutz auf dem Hof stehen. Das war die Geburtsstunde des Deutz-Clubs Bürstel-Immer, die sogleich offiziell besiegelt wurde: mit sechs Unterschriften auf einem gebrauchten Brief-Kuvert, Gastwirt Fritz Aulike hatte gerade kein anderes Papier zur Hand.

„Das war eine typische Schnapsidee“, erinnert sich schmunzelnd Alfred Ordemann, einer der Gründer. Aber eine gute: Schnell schlossen sich weitere Deutz-Freunde aus der Umgebung an und im folgenden Frühjahr wurden erste Pläne geschmiedet. Herausgekommen ist dann erstmal ein imposanter Trecker-Korso beim Backfest des Orts- und Heimatvereins Bürstel-Immer im August 2016. 45 Trecker und Landmaschinen der Marken Deutz und Fahr – dieser Hersteller aus Baden-Württemberg wurde Mitte der 70er Jahre von Deutz übernommen – tuckerten durch Immer und Bürstel. „Mit so vielen hatten wir nie gerechnet“, wundert sich Alfred Ordemann noch heute.

Nächste Fahrt steht fest

So haben die Clubmitglieder aber eine Ahnung, was sie beim nächsten Mal erwartet. Der Termin steht schon fest: Am 19. August, wenn der Ortsverein wieder sein Backfest feiert, soll es erneut eine Deutz- und Fahr-Rundfahrt geben. Diesmal allerdings in größerem Rahmen: „Geplant ist eine Tour durch den Stühe nach Klattenhof und über Welsburg und Bergedorf zurück nach Bürstel“, kündigen Ordemann und Dirk Holschen, ebenfalls Gründungsmitglied, an. Auf dem Feld von Heiko Alfs, gegenüber vom Backfest-Gelände beim Speicher, sind wieder Vorführungen mit alten Landmaschinen vorgesehen. Dabei könnte auch – wie vor zwei Jahren – der mehr als 50 Jahre alte Fahr-Mähdrescher von Heiko Brackhahn zum Einsatz kommen.

„Bei uns geht’s aber nicht um Oldtimer“, macht Alfred Ordemann einen Unterschied zu vielen anderen Trecker-Clubs deutlich. Zwar befinden sich einige recht alte Fabrikate im Fuhrpark der Deutz-und Fahr-Freunde. Aber auch hochmoderne Schlepper, mit denen täglich gearbeitet wird, sind dabei. Jeder fährt, was er hat.

Dass Deutz-Fahr in Immer und Bürstel so verbreitet ist, hat auch mit Alfred Ordemann zu tun: Sein Land- und Gartentechnik-Unternehmen in Bürstel ist seit Jahrzehnten mit den Herstellern eng verbunden und kann jedes Fabrikat schnell bestellen. Ordemann selbst hat bei der Firma Rohwedder in Delmenhorst gelernt, die damals die Deutz-Generalvertretung für Nordwest-Deutschland betrieb. Sein Vater hatte sogar eine Zeit lang bei Fahr in Gottmadingen an der deutsch-schweizerischen Grenze gearbeitet. „Früher haben wir sehr viele Fahr-Schlepper verkauft“, weiß Alfred Ordemann. Nach der Firmenfusion waren es dann vor allem Deutz.

Robust und sparsam

Und was macht die Marke so besonders? „Jeder Deutz-Fahrer sagt, seiner sei der beste“, ist Alfred Ordemanns Erfahrung. Die Trecker seien robust und sparsam im Verbrauch. „Die gibt man so schnell nicht weg“, betont auch Dirk Holschen seine Markentreue – er nennt gleich vier Deutz sein Eigen.

Bei aller Schwärmerei für ihre Trecker nehmen die gut 50 Mitglieder des Deutz-Clubs ihr Hobby nicht zu ernst. „Wir sind eine lockere Runde“, sagt Alfred Ordemann, „Alt und Jung, Frauen und Männer.“ Man trifft sich ein- bis zweimal im Jahr, auch eine Kohlfahrt hat es schon gegeben – ohne Trecker. „Das Zwanglose ist das Gute bei uns“, findet Ordemann. „Es gibt auch welche, die das Hobby intensiv leben.“ Er selber habe keine Lust, nach Feierabend und an Wochenenden noch an Treckern herumzuschrauben.

Weitere Mitglieder sind jedenfalls willkommen. „Das Deutz-Potenzial“, glaubt Alfred Ordemann, „ist hier noch nicht ausgeschöpft.“

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)
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