Oldenburg/Leer - Der ehemalige Leiter der Arbeitsstelle „Niederdeutsch und Saterfriesisch“ an der Universität Oldenburg, Dr. Marron C. Fort, hat den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten. In einer Feierstunde im ostfriesischen Leer überreichte der dortige Landrat Bernhard Bramlage dem 76-Jährigen am Dienstag das Bundesverdienstkreuz am Bande und würdigte dessen Verdienste insbesondere um die saterfriesische Sprache.

Der aus den USA stammende Fort, seit 1988 deutscher Staatsbürger, war von 1986 bis 2003 Akademischer Oberrat an der Universität Oldenburg. Dort widmete sich der Germanist der wissenschaftlichen Erforschung und Dokumentation des Saterfriesischen und der niederdeutschen Mundarten.

Erst in diesem Jahr veröffentlichte er ein neues saterfriesisches Wörterbuch, das gut 25 000 Begriffe dokumentiert. Die erste Ausgabe von Forts Wörterbuch hatte 1980 nur 7.000 Begriffe verzeichnet. Der Germanist gab im Laufe der Jahre auch zwei Bände mit saterfriesischen Volkserzählungen heraus und übertrug das Neue Testament nebst Psalmen in die Minderheitensprache. Die südoldenburgische Gemeinde Saterland gilt als kleinste Sprachinsel Europas.

Fort legte immer großen Wert darauf, die Sprachen, die er erforschte, selbst perfekt zu beherrschen. Nicht zuletzt dadurch erwarb er sich hohe Anerkennung und erhielt zahlreiche Ehrungen. 2012 verlieh ihm die damalige niedersächsische Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka den Verdienstorden des Landes. Den Schwerpunkt Niederdeutsch und Saterfriesisch verantwortet an der Universität Oldenburg inzwischen Prof. Dr. Jörg Peters.