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KARNEVAL Und alle singen im Refrain: Bulti hat die Haare schön

HENNING BIELEFELD

BURHAVE - Stars haben ein untrügliches Erkennungsmerkmal: Sie müssen nur erscheinen, und schon bricht der Jubel los. So ergeht es beim Burhaver Karneval Bernd Bultmann, den alle nur Bulti nennen. Seine Karnevalsverkleidung besteht diesmal aus einer an den Afrolook angelehnten Sturmfrisur. Kaum betritt er die Bühne, singt ein spontaner Zuschauer-Chor: „Bulti hat die Haare schön.“

„Timmi und Evi“

Bulti blickt kurz auf, schaut in die Runde und sagt trocken: „Und nicht nur die“. Dann beginnt seine Predigt. Der Mathematiklehrer erzählt die Schöpfungsgeschichte Butjadingens aus dem Buch Bulti. „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“, heißt es da. „Und die Erde war so wüst, dunkel und leer wie Eckwarden um 23 Uhr nachts.“

Die närrische Gemeinde war höchst erbaut von dieser Schöpfungsgeschichte und ließ sich sofort zu einem Mitmach-Protestlied animieren, in dem Stinkefinger und Verweise auf das Hinterteil eine zentrale Rolle einnahmen.

Ein weiterer Star des Burhaver Karnevals ist Johann Evers, ganz nebenbei der Karnevalspräsident von Eckwarden. Mit Aktentasche, Wasserziehhose, einem viel zu kleinen Sakko und einem viel zu kurzen und viel zu bunten Schlips bewährte er sich an Standup-Comedian von hohen Graden. So erzählt er vom neuen Tourismus-Geschäftsführer Karl-Heinz Kahler, der in Burhave einen garantiert CO2-freien Audi als Dienstwagen kauft – das Auto hat keinen Motor. Evers‘ lakonische Erklärung: „Mit der Kurgesellschaft geht es sowieso immer bergab.“

Johann Evers‘ Bruder Reinhard ist der Karnevalspräsident von Burhave. Souverän steuert er das Narrenschiff durch die Stimmungswogen dieser 13. Ausgabe des TaTaah-Karnevals. Einmal spricht er in eigener Sache, als er das kommunalpolitische Melodram „Timmi und Evi“ vorträgt. Es handelt vom Zerwürfnis zwischen ihm und dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Lutz Timmermann.

Ansonsten spielen die ungeheuerlichen Vorgänge auf der kommunalpolitischen Bühne eine erstaunlich geringe Rolle. Am stärksten versucht es Thomas Welling, der als DLRG-Mann auf einem Turm steht und unter dem Motto „B-Watch“ – B für Butjadingen – einen satirischen Jahresrückblick hält, für den er viel Applaus bekommt: „Das Gericht bringt die Pendlerpauschale zurück/Der Evers hat sich aus‘m Rathaus verdrückt/Wolfgang Stolle verlässt die CDU/wann gibt‘s hier endlich mal Ruh?“

Ein weiterer Höhepunkt sind die „Drei Tenöre“ Rainer Boedecker, Johann Evers und Leenert Folkens. Kaum zu glauben, aber wahr: Selbst diesem Format lässt sich noch etwas Neues abgewinnen. Die Drei Tenöre geben nämlich keinen Ton von sich, sondern unterhalten sich schriftlich – über große, weiße Plakate.

TaTaah-Tanzballett

Begeisterungsstürme lösen die Deichelfen aus. Sie imitieren die Village People mit ihrer homoerotischen Show-Gymnastik und tanzen zu deren größtem Hit „YMCA“. Tänzerische Glanzleistungen bringt auch das TaTaah-Tanzballett – in Uniform zur aufgepeppten Chris-Roberts-Schmonzette „Ich mach ein glückliches Mädchen aus dir“, aber auch lasziv zu Joe Cockers „You can leave your hat on“. Ebenfalls sehenswert: der Auftritt der Tanzgruppe „Pommes rot/weiß ohne Pommes“.

Zu den Höhepunkten des Abends gehören auch „Die Schäfer“ Harald Plümer und Klaus von der Lieth mit ihrem fetzigen Song „Bei den Schäfern ist das so“. Frenetischen Beifall bekommt die Burhaver Jump-Crew mit ihren Tänzen im Jump-Style. Thomas Martinsen agiert als Pilot und spielt dabei mit den Flugangst der Zuhörer.

Die größte Gruppe ist „Der wilde Westen“. Nach Gus Backus‘ Hit „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“ singen sie die Strophe: „Bürgermeister – wunderbar, Meinung nix – viel Blabla, außer Chaos nix mehr los, Durcheinander riesengroß.“

Immer gegenwärtig: die Chaos-Combo mit ihrer Sängerin Celia Werner. Sie heizt immer wieder die Stimmung an – beispielsweise mit „Paint it black“ von den Rolling Stones.

Den Preis

für die besten Kostüme bekam am Freitag das erste Handball-Frauenteam der HSG Blexen/Nordenham. Sie waren gemeinsam mit ihrem Trainer Tobias Göttler gekommen – Göttler als Schäfer und die Handballerinnen als Schafe.
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