BURHAVE - „Wir haben die Sander Berge, ihr aber habt nur einen Blumenberg“: Nicht nur bei diesem Beitrag dürften Butjadingens Bürgermeister Rolf Blumenberg die Ohren geklungen haben, denn ihm galten gleich mehrere spitzfindige Attacken bei den Prunksitzungen des Karnevalvereins TaTaah Butjadingen am Freitag und am Sonnabend im jeweils ausverkauften Burhaver Rathaussaal. Nicht nur die rund 100 Akteure auf der Bühne, sondern auch das fast ausnahmslos kostümierte Publikum sorgte für beste Karnevalsstimmung.
Obwohl Rolf Blumenberg nicht im Saal war, stieg auch ein Bürgermeister in die Bütt. Diesen Part übernahm Sandes Gemeindeoberhaupt Josef Wesselmann. Der führte die große Sander Delegation an, denn Sande ist in diesem Jahr der TaTaah-Tatort und damit eine Art Kooperationspartner des Vereins TaTaah.
Zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Sande und dem „eigenartigen Volk“ in Butjadingen hatte Wesselmann auch einen Vorschlag mitgebracht. Die rund 500 Millionen Euro, die die neue Bahntrasse um Sande zum Jade-Weser-Port kosten soll, könnten besser in eine Brücke zwischen Wilhelmshaven und Eckwarderhörne investiert werden.
Weil der Wetterpapst Jörg Kachelmann noch verhindert ist, sprang Gustav Harbers als Wettermann in die Bresche. „Ich bin ja jetzt von früh bis spät bei Kur und Touristik der Wetterprophet. Da sind ja schon so viele Mann, da kommt es auf einen mehr auch nicht an“, war nicht nur seine einzige ironische Feststellung, mit der er Butjadinger Themen gekonnt auf die Schippe nahm.
Nicht nur die große und kleine Politik nahm Bernd „Bulti“ Bultmann aufs Korn. Seine Hymne auf Bundeskanzlerin Angela Merkel („Du machts gar keine Politik, du bist die Bundesrepublik“, seine Geschichte über sein von den „Remoulandenrambos versauten Cervelatwurstbrot“ und letztlich seine „Ode an die Organe“, frei nach Jürgen von der Lippe, gehörten zu den herausragenden Darbietungen der Prunksitzungen.
Als „Frau Antje“ aus Holland präsentierte sich diesmal Johann Evers. Er fand über bundesweite Ereignisse („Die Deutsche Bahn die geht am Stock, im Sommer gabs den Klimaschock“) seinen mit vielen umgemünzten Witzen gepflasterten Weg auch zu lokalen Besonderheiten („In Nordenham, das ist der Clou, da nagelt man den Bahnhof zu“).
Mit dem Sketch „Kontaktcafè Rathaus“ starteten Thomas Martinsen und Tochter Sarina etliche erfolgreiche Angriff auf die Lachmuskeln der Karnevalisten. Beide hatten eine Kontaktanzeige aufgegeben, doch während sie einen Lebenspartner suchte, wollte er ein weiteres kleines vierbeiniges Kätzchen kaufen. Es entwickelte sich ein recht anstößiges Gespräch um die „Muschi“.
Auch die Geschwister Sandra und Timo Plümer leisteten ihren Beitrag auf der Bühne als Duo. Ihr Bettgeflüster bestand zwar vornehmlich aus einer Aneinanderreihung von Witzen, doch in die wurden auch örtliche Personen einbezogen und sogar die Eltern der Plümers bekamen ihr Fett weg.
Für den Augenschmaus des TaTaah-Karnevals 2011 sorgte einmal mehr das vereinseigene Tanzballett. Zunächst mit dem obligatorischen Gardetanz und später mit einer Disco-Tanzformation rissen die jungen Damen das Publikum von den Sitzen.
Viel Energie versprühten die Powerfrauen mit ihrem tänzerischen Rückblick auf die vergangenen Fußball-Weltmeisterschaften. Im „Kochstudio“ beschäftigten sich die Akteure mit den Streusalzproblemen der Gemeinde und kochten Gaddafi für seine Verbannung weich. „Die jungen Tenöre“ versuchten sich als Ballett, während das TaTaah-Männerballett Roberto Blanco aus dem Topf zauberte. Ein bisschen Spaß muss sein, und den gab es an den beiden Abenden reichlich. Dafür gebührt allen Akteuren sowie auch den Frauen und Männer hinter den Kulissen ein dreifaches „Butjadingen TaTaah“.
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