Burhave - Wenn in Burhave kaum noch ein Parkplatz zu finden und die St.-Petri-Kirche voll besetzt ist, muss wohl etwas ganz Besonderes stattfinden. Wer Freitagabend gekommen war, wusste dies. Denn angekündigt war das Konzert „Musik in d` Lüchterkark – Folk meets Classic“ von Mitgliedern der Gruppen La Kejoca, Triangel und Laway, die bereits zum dritten Mal in der Weihnachts- und Neujahrszeit in Burhave ihr Stelldichein gaben.

Passend zur Jahreszeit hatten die sechs Musiker des 1979 von Gerd Brand gegründeten Friesenfolk-Ensembles ein Programm mit alten und neuen Liedern, die in aller Welt zur Winter- und Weihnachtszeit gesungen oder getanzt werden, zusammengestellt. So auch das auf plattdeutsch gesungene Lüchtertied. Hiermit begannen sie das gut zweieinhalbstündige Konzert, das durch Kerzen und stimmungsvolle Beleuchtung sogleich für ein Wohlfühlambiente sorgte.

Lebendig vorgetragene plattdeutsche und englischsprachige Christmas Carols, mitreißender Folk aus Skandinavien, temperamentvolle Flamencoklänge sowie eindrucksvolle Arien aus Oper und Operette füllten das kurzweilige und erinnerungswürdige Programm. Jeder einzelne Musiker erhielt dabei im Verlaufe des Konzertes eine eigene Plattform für seine besonderen Fähigkeiten, die von den übrigen Musikern instrumental und auch vokal kongenial begleitet wurden.

So auch Keno Brandt, der am akustischen Bass, Gitarre, Keltischer Harfe und Cajon zu hören war. Er überraschte im Reigen der dargebotenen Folkmusik mit einer gelungenen Crossover-Version des Rezitativs mit anschließender Arie von Thus said the Lord aus Georg Friedrich Händels Messias (1742).

Auch Carmen Bangert, die gemeinsam mit Keno Brandt in Düsseldorf Operngesang studiert, glänzte nicht nur mit einer intensiven Darbietung von Georges Bizets Arie L’amour est un oiseau rebelle aus der Operette Carmen, sondern ebenso durch temperamentvolle Interpretation des italienischen Revolutionsliedes Bella Ciao.

Albertus Akkermann, der singende Wattführer von Borkum, gab den Liedern von Laway durch sein unverkennbares Akkordeonspiel seinen besonderen Folkstempel. Auch er präsentierte sich als Sänger bekannter Lieder, denen er neue plattdeutsche Texte hinzudichtete und dabei neue Inhalte transportierte.

Für das besondere spanisch-südamerikanische Ambiente sorgte Manuel Bunger, der mit seiner wohlklingenden Flamencogitarre unter anderem die Manolos Gitarrenmilonga auf faszinierende Weise darbot.

Einer der vielseitigsten Instrumentalisten des Ensembles war an diesem Abend Jörg Fröse. Last, but not least ist Bandleader Gerd Brandt mit seiner unverkennbar rauen Folkstimme zu nennen.

Nicht nur in seinem prägenden Gesang, sondern auch in seinen entspannten Ansagen vermittelte er diese Message: Bringt Wärme in diese kalte Welt mit Saitenspiel und Gesang, damit wir und unsere Kinder eine Zukunft haben – damit wir weiter auf unserer Mutter Erde leben können.