Augustfehn - Auf dem Couchtisch stehen Butterkuchen und Blätterteig-Teilchen mit Kirschhaube, sogenannte Kirsch-Portugieser. Heißer Tee dampft aus weißen Tassen. Familie Ripken hat es sich in ihrem Haus auf Sofas und Stühlen bequem gemacht. Alle schauen gebannt auf den Fernsehbildschirm. Im ZDF läuft die Sendung „Deutschlands bester Bäcker“, und die Ripkens gehören zum Kreis derer, die diesen Titel gern hätten. In dem am Donnerstag ausgestrahlten Beitrag backen sie gegen die Konkurrenz aus Verden und Fischerhude. Die Ripkens wissen zwar, wie sie sich geschlagen haben, dennoch ist ihnen eine gewisse Anspannung anzusehen.
„Wir kennen ja nicht alle Kommentare der Juroren“, sagt Jörg Ripken. Außerdem sei es aufregend zu hören, was die Kundschaft gesagt habe. Entwarnung: Niemand hat etwas zu meckern, ganz im Gegenteil. Marion Ripken lächelt leicht, als Chefkritiker und Sternekoch Johann Lafer den in einer Holzform zubereiteten Butterkuchen in den höchsten Tönen lobt: „Unten braun und oben schön kross, so muss er sein.“ In diesem Moment ist auch jenen TV-Zuschauern, die den Ausgang der Show noch nicht kennen, klar: Es hat für den Tagessieg gereicht. Die Augustfehner Bäckerei Ripken ist im Wochenfinale, das an diesem Freitag, 10. Oktober, ab 15.05 Uhr ausgestrahlt wird. Auch diese Sendung wurde bereits aufgezeichnet.
„Wir mussten in Hamburg backen“, verrät der 45-jährige Bäcker und Konditor. In einer fremden Küche, mit fremden Gerätschaften. „Das war ungewohnt, aber die Bedingungen waren ja für alle gleich.“ Eine der zu erfüllenden Aufgaben: Für ein Picknick mussten je drei herzhafte und drei süße Backwaren produziert werden. „Das wussten wir vorher. Aber dann wurden wir mit einer weiteren Aufgabe überrascht.“ Jörg Ripken lässt sich nur so viel entlocken: „Es war was aus dem Konditorei-Bereich.“
„Wir sind ganz stolz auf unseren Sohn und seine Frau Marion“, sagen Angela und Johann Ripken. Marions Vater schließt sich dem an.
Es ist kurz nach 16 Uhr, die Donnerstagssendung vorbei. Das Telefon klingelt. Marion Ripken nimmt das Gespräch entgegen. Als sie auflegt, lacht sie: „Das war eine Mitarbeiterin. Es gibt viele Vorbestellungen für unseren Butterkuchen.“ Sogar eine Anfrage aus Bayern. Doch der Wunsch kann nicht erfüllt werden. „Der Kuchen ist mit Sahne, den können wir nicht verschicken, er muss frisch gegessen werden.“
