CäCILIENGRODEN - CÄCILIENGRODEN/AKE - Als Horst und Elfriede Germer geb. Timmermann jung verheiratet waren, lebten sie in einem Haus ohne Strom, ohne Wasser und statt einer Treppe gab es eine Leiter. Heute, 50 Jahre nach dem Hochzeitstag, erinnern sich die beiden aus Cäciliengroden immer an diese Zeit.

Das Paar hatte sich in Wilhelmshaven kennengelernt. Eigentlich hatten sie dort eine Artistikschau sehen wollen. Doch wegen starken Regens fiel die Aufführung aus. „Wir waren pudelnass, aber das machte nichts, wir gingen trotzdem zum Tanzen“, erzählt Elfriede Germer, die gebürtig aus Butjadingen stammt. Dabei hatte es dann „gefunkt“, kurz darauf waren sie ein Paar.

„Zuerst wohnten wir in Leyleckerhörn“, erinnert sich Horst Germer. Der gebürtige Wilhelmshavener hatte hier oft die Aufgabe, frisches Wasser für seine junge Familie zu holen. Als das zweite Kind geboren wurde, zogen sie nach Cäciliengroden. Horst Germer hatte ein Motorrad, mit dem der gelernte Drechsler zur Arbeit fuhr. „Und ich war ja mit den Kindern zu Hause – einkaufen konnte ich im Dorf. Damals hatten wir noch den Consum, es gab einen Schlachter, mehrere andere Läden“, berichtet Elfriede Germer. Heute müsse man für jede Kleinigkeit nach Sande fahren, seufzt die 71-Jährige.

An die Hochzeit erinnern sich beide noch ganz genau. „Ich war so aufgeregt, dass ich mich auf das dicke Gesangbuch setzte, dass der Pastor auf dem Stuhl bereit gelegt hatte. Und ich habe es nicht einmal bemerkt“, erzählt Elfriede Germer lachend.

Das Eigenheim in Cäci erzählt von den Hobbys seiner Bewohner: Der 72-jährige Horst Germer war nicht nur von Beruf Drechsler. Auch in der Freizeit stellte er viele toll gearbeitete Stücke her und sogar sein Treppenhaus ist echte Handarbeit. Elfriede Germer liebte dagegen immer das Sticken und Häkeln. Zahlreiche Decken und Bilder beweisen ihr Geschick. Zur heutigen goldenen Hochzeit freuen sich beide besonders auf die kleine Feier im Kreis der Familie.