Cappeln - Der Heimatverein Cappeln hatte aus Anlass des Plattdeutschen Jahres in der Gemeinde zu einem Plattdütschen Aobend geladen, und alle waren gekommen. Neben Gastgeberin Miss Sophie und Butler James natürlich auch Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom als Mitglieder des Teams „Dinner for one - plattdeutsch“ des Spöölerklottje des Heimatvereins Leer. Zudem las die aus Carum stammende und in Wildeshausen lebende Heimatdichterin Renate Blauth aus ihren Werken. Außerdem wollten 75 Heimatfreunde diesen Abend im „Waikiki“ genießen.

Manfred Plog, seit 38 Jahren Vorsitzender des Heimatvereins Cappeln, begrüßte die Besucher. „Wir haben in diesem Plattdeutschen Jahr viele Veranstaltungen organisiert, weitere wie der Plattdeutsche Nachmittag am kommenden Wahlsonntag folgen.“ Sein Dank galt der Gemeinde Cappeln, die das Plattdeutsche Jahr sehr unterstützt.

Renate Blauth studierte Lehramt an der pädagogischen Hochschule in Oldenburg und unterrichtete viele Jahre an einer Grundschule in Wilhelmshaven. Auf der Suche nach späten Spuren ihrer Kindheit ist der Stoff für ihr Buch „Tauflaogen“ zusammengekommen. „Nach meinem ersten Buch ,Späte Spuren – Einen Vater hatte ich auch’ hörte ich viele Geschichten von Land und Leuten – meist auf Plattdeutsch. Dorbi hannelde sick dat üm disse Oart van Vertellsels, dei blots dat Läwen schriewen kann. Dee sünd mi tauflaogen“, erläuterte sie. Somit konnte das Buch, wie sie fand, auch nur auf Plattdeutsch geschrieben werden. Sie erzählt in ihren Büchern und in den Texten, die sie las, von den Sorgen um Glück, von der Heimat, von den Orten, an denen sie gelebt hat, von der Natur und aus der Kindheit und verbindet das Erzählte mit Lebensweisheiten. Hier und da finden sich Anklänge an die Gegenwart und gesellschaftspolitische Themen. Zum Abschluss ihrer Lesung, bei der sie durch ihre bildreiche, klar strukturierte Sprache überzeugte, las sie mit Plog den Text „Glück is, wenn du deilen kanns“.

Der Sketch des englischen Komikers Freddie Frinton mit seiner Partnerin May Warden, immer wieder zu Silvester im Fernsehen zu sehen, ist bekannt. Die Cappelner Heimatfreunde hatten das Spöölerklottje mit seiner plattdeutschen Version eingeladen. Zu Anfang führt Bernhard Adams als Conférencier in die Geschichte ein: Miss Sophie (Gunda Winterboer) feiert ihren 90. Geburtstag. Wie in jedem Jahr hat sie dazu ihre vier engsten Freunde Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom eingeladen. Sie sind jedoch alle bereits verstorben, weshalb Butler James (Werner Tschuschke) ihre Rollen übernehmen muss.

Und das machte Tschuschke überzeugend. Er servierte, prostete und trank die unterschiedlichen Getränke, auch wenn er sich zwischendurch das Bier eines Besuchers genehmigte. Auch die Running Gags – er stolpert über den Kopf des Tigerfells oder schafft es am Ende im Schlusssprung darüber hinweg, oder er gießt den Champagner mit Anlauf ein, trinkt aus der Blumenvase oder schüttet Wein auf den Teller – sorgten für spontanen Beifall. „Wullt du nicht leiwer mit?“, fragt er einen Zuschauer, als er sich mit Sophie zurückziehen soll. „Dann mott ick min bestes daon“, verspricht er beim Abgang. Den Zuschauern gefiel es, was sie mit ihrem großen Beifall zeigten.