CAROLINENHOF - Ein nebliger Tag, ein heruntergekommenes Herrenhaus und eine höchst sonderliche Familie – das sind die Zutaten zu der rabenschwarzen Komödie „Schau nicht unters Rosenbeet“ des englischen Theater-Schriftstellers Norman Robbins. Dieser Aufforderung sollte auch tunlichst nachgekommen werden, denn die Familie Henk, deren Mitglieder sehnlichst auf die Eröffnung des Testaments durch Familienanwalt Hamilton Penworthy (gespielt von Ansgar Hogeback) ihres dahingeschiedenen Septimus Henk warten, versteckt ihre Leichen nicht im Keller, sondern im Garten. Den Comedy-Thriller führte die Theatergruppe „Text-Fest“ aus Barßel jetzt als Premiere in der Kultur-Scheune auf dem Carolinenhof auf.
Nur zwei bleiben übrig
Sieben Leichen innerhalb von rund zwei Stunden klingen stark nach Rekord. Das zum Schluss von zehn Akteuren auf der Bühne zwei übrigbleiben, deutet auf eine mörderische Vorstellung hin. Die Zuschauer erlebten die Spleens, Schrullen und Sehnsüchte der Familie Henk. Die Inszenierung war trotz der beschränkten Möglichkeiten gelungen, denn die Laienschauspieler von „Text-Fest“ gaben die Charaktere der Handlungspersonen überzeugend wieder.
Im Stück dreht sich alles um das Testament. Jeder erhofft sich vom Testament die Erfüllung seiner Sehnsüchte, käme da nicht ein unverhoffter Gast ins Spiel, eine berühmte Schriftstellerin, die in dem Testament besonders bedacht ist.
Weil nicht sein darf, was nicht sein soll, werden von allen Beteiligten Intrigen geschmiedet und Anschläge durchgeführt. Der Zuschauer wird immer wieder von neuen und unerwarteten Wendungen in der Geschichte überrascht und ist am Ende erstaunt, wie weit Raffgier und Familiensinn führen kann.
Nichts für schwache Nerven
Da ist Lucien Henk (gespielt von Johannes Meiners-Hagen), der in seinen Augen geniale Chemiker. Vergleichsweise harmlos sind da Marcus Henk (Jannik Westerkamp), der sich für Cäsar hält. Emily Henk (Emma Malke), die mit großem Appetit gesegnete Stoikerin, und Monica Henk (Dörte Wessels), ein Männer verschlingender Vamp.
Die Krone setzt dem Ganzen die Giftmischerin Dora Henk (Filiz Aydin) auf, die ganzen Generationen von Menschen eine Weinprobe besonderer Art bescherte. Die Gäste Ermyntrude Ash (Christiana Banda) und Sekretär Perry Potter (Sebastian Schrör) dürfen von den mörderischen Kreationen nichts Wissen. Ganz sicher ist auch, dass dieses neue Stück der Gruppe „Text-Fest“ nichts für Besucher mit schwachen Nerven ist. Die Besucher der Premiere waren begeistert und es gab für die Darsteller stehende Ovationen für ihr Theaterspiel. Weitere Aufführungen des Stücks sind am Freitag, 4., 11. und 18. Juni, sowie am Sonnabend, 5. und 12. Juni, jeweils um 20 Uhr in der Kultur-Scheune. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Buchhandlung Pekeler und bei Bürobedarf Meiners-Hagen in Barßel.
