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Wattensail Tradition in Zeiten der Hektik

Klaus Homola

Carolinensiel - Zur WattenSail hatte das Deutsche Sielhafenmuseum und die Dorfgemeinschaft Carolinensiel sowie die Kurverwaltung Carolinensiel/Harlesiel eingeladen. Mehr als 100 ehrenamtlich Tätige bemühten sich um die Belange der vielen Besucher rund um das einmalige Ambiente des Hafens.

Im Mittelpunkt der WattenSail 2019 stand diesmal das Motto „Gemeinsam für den Museumshafen“. Die Organisatoren riefen zu Spenden für den Hafen auf, der nach 32 Jahren seit Wiederherstellung bauliche Mängel aufweist.

Diese zu beheben, dafür will sich Schirmherrin Siemtje Möller einsetzen, „denn Küstenschutz gilt auch für das Land, das hinter den Deichen liegt“, sagte die Bundestagsabgeordnete und warb um gemeinsame kreative Lösungen. Den Carolinensielern schrieb sie mit einem Zitat der heimatverbundenen Schriftstellerin Marie Ulfers ins Stammbuch, dass sie nicht nur windige Leute sondern auch im Sturm erprobte Menschen seien.

43 Traditionsschiffe

Sie bezeichnete Carolinensiel als einen weltoffenen Ort. Viele Ehrenamtliche würden hier arbeiten und deshalb sei Caro’ auch so schön. Zu den Ehrenamtlichen zählte auch diesmal wieder der Verein Historische Seenotrettung, die DGzRS und die DLRG.

Für den Erhalt der Tradition in einer Zeit der Hektik warb Museumsleiterin Dr. Heike Ritter-Eden. Die WattenSail 2019 biete 43 Traditionsschiffe auf und über 100 ehrenamtliche Mitstreiter sorgten sich um das Wohl der Gäste.

Auch Ritter-Eden sprach den Zustand der Spundwand an, an dem seit 1987 der Zahn der Zeit nage. Um möglichst viele Spenden einwerben zu können, stellte sie eine Gruppe von Carolinensielern vor, die in historischen Kostümen und mit Milchkannen „bewaffnet“ um Spenden baten.

Eine besondere Ehrung gab es für den scheidenden Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft, Siebo Lübben, Der war seit 32 Jahren in diesem Amt und wusste, dass es seit 35 Jahren das Hafenfest gegeben habe. Er musste unter großem Beifall ein T-Shirt mit seinem Namen überziehen. „Du hast viel für das Dorf getan“, dankte ihm die Museumsleiterin.

Während der Parade der Traditionsschiffe war der traditionelle Krabbenpulwettbewerb angesagt. Und weil die Schirmherrin Siemtje Möller recht mutig war, ließ sie sich mit der Hosenboje über die Harle ziehen. Das Prozedere kennen die beiden Skipper Horst Schweikard mit seiner 1891 gebauten Tjalk, die er auf den Namen seiner Frau „Marianne-Johann“ getauft hatte sowie Piet Bos mit seiner Ehefrau Marianne aus Marken in den Niederlanden.

In Caro vor Anker

Auch hier wurde das Schiff, eine Zeeschou, nach dem Namen seiner Frau benannt. Bos kommt nun schon das vierte Jahr zur WattenSail und ist ganz begeistert von dem Flair. Und er lobte die Stadt Oldenburg, die er gern mit seiner Frau und seinem Schiff ansteuert und die einen gemütlichen Hafen besitzt.

Horst Schweikard hingegen ist Dauerlieger in Carolinensiel und kennt noch den ehemaligen Museumsleiter Frerich Eilts, der ihn zweimal in Westerende bei der Renovierung des Schiffes besuchte und ihn überredete, mit seinem Schiff in Caro vor Anker zu gehen.

Musikalisch wurden die Besucher mit handgemachter Musik verschiedener Interpreten und durch das Blasorchester Harlingerland sowie vom Shanty-Chor Carolinensiel bestens maritim unterhalten.

Die WattenSail 2019 klang am Sonntag mit einem Familiengottesdienst der Urlauberseelsorge Carolinensiel im Museumshafen aus.

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