Hude - „Roofless, homeless, but not hopeless“, steht in großen Lettern auf Leinen, die an einem offenen Dachstuhl befestigt sind. „Ohne Dach, ohne Heim, aber nicht ohne Hoffnung“, ruft das Banner die Bewohner der philippinischen Stadt auf, sich vom Taifun Hayan nicht unterkriegen zu lassen. „Das war schon beeindruckend“, erklärte Dr. Helmut Schühle, der den Huder Gospelsingers von seinen Erlebnissen in der Stadt Ormoc, direkt nach dem katastrophalen Taifun Hayan im vergangenen Jahr, erzählte.
Der Ganderkeseer Allgemeinmediziner war nach dem Taifun auf die Philippinen gereist, um dort für die Auslandshilfe der Johanniter Menschen medizinisch zu versorgen. Der Gospelchor, in dem Schühle übrigens seit drei Jahren singt, hat nun der Auslandshilfe der Johanniter 500 Euro gespendet.
„Diese Spende wollte ich nicht einfach so annehmen, sondern wenigstens persönlich Danke sagen“, meinte Schühle und erläuterte den Huder Sängern in einem kleinen Vortrag seine Arbeit im Katastrophengebiet.
Die Stadt Ormoc habe es – obwohl das Auge des Taifun direkt über sie hinweggezogen sei – nicht ganz so schlimm getroffen, wie zum Beispiel die Stadt Tacloban, die mit den Folgen einer Flutwelle zu kämpfen habe.
Mit 380 über die Stadt
„Ormoc wurde ,nur’ von dem Sturm getroffen, dort gab es nicht so viele Tote“, weiß Schühle, der in einem siebenköpfigen Team in die Stadt auf der philippinischen Insel Leyte reiste. Der Taifun riss dabei sämtliche Dächer mit und zerstörte Hütten und Häuser. „Die Orkane Christian und Xaver zogen mit 180 Stundenkilometer durch Deutschland, Hayan raste mit 380 km/h über die Städte“, erklärte Schühle.
Für Schühle und sein Team waren es acht harte Tage auf einer Insel, auf der Arztbesuche eine Besonderheit sind. „Die Menschen haben teilweise drei Stunden gewartet, damit ich ihren Blutdruck messe“, berichtete er. Die meisten von ihnen hatten seit einem dreiviertel Jahr keinen Arzt mehr gesehen. Er versorgte dort über 1000 Patienten.
„Diese Arbeit wollen wir unbedingt unterstützen“, erklärte Gospelchor-Leiterin Uta Rose, und überreichte Schühle einen Scheck über 500 Euro. Das Geld hatte der Chor bei seinem Weihnachtskonzert gesammelt. Die Endsumme von 479 Euro hatte der Chor aus eigener Tasche aufgerundet.
Letzter Einsatz?
„Ich war ganz gerührt, als ich davon erfahren habe“, berichtete Schühle und dankte dem Chor. „Es könnte sein, dass dies mein letzter Einsatz war“, hatte Schühle seiner Frau nach seiner Rückkehr gesagt. Doch die habe sich skeptisch gegeben: „Warte mal eine Woche“, antwortete sie.
