Bösel - Christina Sufka (68) aus Klein Ilsede ist Borsla-Preisträgerin 2013. In einer Feierstunde im Böseler Heimathuus überreichten Bürgermeister Hermann Block und Dr. Josef Willer, Erster Vorsitzender der Borsla-Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur Bösel, der Preisträgerin den mit 3000 Euro dotierten Borsla-Preis.
Zu der Feierstunde konnte Dr. Willer viele Gäste und Ehrengäste begrüßen. Die Jury, die aus Günther Kühn, Professor Dr. Hermann Gelhaus, Professor Dr. Eberhard Ockel und Erhard Brüchert bestand, zeichnete Sufka für ihren Gedicht-Zyklus „Henriette“ aus. Die Gedichte sind in einer Variante der niederdeutschen Sprache, dem Ostwestfälischen, geschrieben.
In seiner Laudatio erinnerte Professor Dr. Hermann Gelhaus an ein Zitat des „Literaturpapstes“ Marcel Reich-Ranicki: „Die Literatur beschäftigt sich vorwiegend mit Liebe und Tod, alles dazwischen ist Mumpitz.“ „Christina Sufka hat in ihrem Zyklus ernste und wichtige Themen behandelt – Liebe und Tod. Sie hat somit der Forderung von Reich-Ranicki entsprochen“, so Gelhaus.
Ihr Zyklus durchläuft drei Generationen und enthüllt ein schicksalhaftes Geschehen, dem die Familie in Leid und Liebe ausgesetzt ist. „Der Zyklus weist eine moderne Machart auf, indem er die traditionellen Merkmale des Gedichts verschmäht“, so Gelhaus weiter. Die zwölf Gedichte werden durch zwei Prosastücke eingerahmt. Dadurch werde im Großen die Form einer Rahmenerzählung realisiert. „Die Preisträgerin hat einen scharfen Sinn für literarische Formen. Dieser Sinn drückt sich auch dadurch aus, dass sie mit einer auffälligen Zahlensymbolik arbeitet“, sagte Gelhaus.
„Ich kann mir Norddeutschland ohne Plattdeutsch nicht vorstellen“, begann der Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Ulf Thiele, seine Festansprache. „Das Plattdeutsche ist etwas Besonderes, es gibt uns Charakter“, so Thiele. Die Wurzeln dieser Sprache seien mächtig. Vieles könne man auf Platt leichter ausdrücken, Platt sei direkter und präziser.
Damit auch künftig die plattdeutsche Sprache gepflegt werde, müsse den jungen Menschen Mut gemacht werden, diese auch zu sprechen. Ansatzpunkte in den Schulen etwa bei plattdeutschen Lesewettbewerben sowie bei Pilotprojekten in Kindergärten seien richtig. Auch der Lehrstuhl für plattdeutsche Sprache an der Universität Oldenburg trage dazu bei.
„Die plattdeutsche Sprache muss erhalten bleiben, sie ist eine interessante Sprache, auf die wir die Kinder neugierig machen müssen“, schloss er.
Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Musikgruppe Dreebladd aus Südbrookmerland mit Gitta und Udo Franken sowie Ute de Haan. Gitta und Udo Franken sind in Bösel keine Unbekannten, sind sie doch selber Borsla-Preisträger.
