Lemwerder - Mörderisch ging es am Sonntagnachmittag auf der Bühne der Begu zu. Die wohlhabende Hildegard Reichelt, gespielt von Ilse Siefke, musste im „Mord beim Mittagsschlaf“ ihr Leben lassen und stellte Kommissarin Helga Meerkamp (Vera Petarus) vor die schwierige Aufgabe den Mörder zu finden.
Doch anstatt Klarheit beim Blick hinter die Kulissen der Seniorenresidenz Flippsen zu erhalten wuchs die Zahl der Verdächtigen erst einmal beträchtlich, wie die Hauptkommissarin feststellen musste. Verdächtig war nämlich in diesem Falle nahezu jeder, denn gerne hätten fast alle etwas von dem vielen Geld des armen Opfers abgehabt. In einzelnen Episoden gab es relevante Rückblicke in die letzten Stunden der Ermordeten, in denen sie noch munter mitspielen durfte. Diese Rückblicke genügten der erfahrenen Ermittlerin.
Regisseur Frank Fuhrmann, der als Theaterpädagoge das seit rund 20 Jahren existierende Projekt der „Silbermöwen“ leitet, hatte an diesem Nachmittag gleich mehrere Aufgaben zu bewältigen. Als korrupter Residenzbesitzer Flippsen, der händeringend nach Finanzierungsmöglichkeiten des neuen Wellnessbereichs suchte, und als Beleuchter pendelte er zwischen Bühne und Schaltpult hin und her. Beiden Aufgaben wurde er dabei durchaus gerecht.
Für die Theatergruppe „Silbermöwen“ der Landesbühne Wilhelmshaven, die sich aus Schauspielern im Alter „50 Plus“ zusammensetzt, war es bereits die 19 Aufführung dieses Stücks, das im Mai Premiere feierte. Von Lampenfieber war den routiniert spielenden 13 Darstellern darum nichts mehr anzumerken. „Wir hatten hier aber auch ein ideales Publikum“, lobte Frank Fuhrmann nach der Aufführung. Über Dieter Seidel war der Kontakt des Ensembles in die Wesermarsch zustande gekommen, und es wird nicht der letzte Auftritt in der Begu gewesen sein.
