CLOPPENBURG - Wie schon in den vergangenen Jahren, erfreute das Ensemble „Quintabile“ die Zuhörer mit einer stimmungsvollen Musik zum Advent.

In dem geistlichen Konzert „Machet die Tore weit“ von Samuel Scheidt für Sopran und Basso continuo am Sonntag in der Heilig-Kreuz-Kirche in Stapelfeld war die Aufbruchstimmung zu vernehmen, ganz den Intentionen der aus Florenz und Venedig stammenden neuen Musik nach 1600 folgend. Während hier Elisabeth Göken (Sopran) und Ursula Kleier (Orgel) die musikalische Rhetorik betonten, zeichnete sich ihre Wiedergabe von „Mariae Wiegenlied“ aus den Schlichten Weisen von Max Reger durch subtile Ausdruckskunst aus.

Romantik im besten Sinne sprach ebenso aus den Beiträgen mit Heinrich kl. Siemer (Bass) und Ursula Kleier an der Orgel wie dem „Nachtgebet“ aus den sechs religiösen Gesängen von J. G. v. Rheinberger sowie „Die Könige“ aus den Weihnachtsliedern von Peter Cornelius.

Die Cantilene op. 148, Nr. 2 für Orgel von J. G. v. Rheinberger ist ein typisches Genrestück der Romantik für Orgel. Ursula Kleier bestach mit einer ausgefeilten Interpretation und das mit einem Instrument, dem aufgrund seiner Klangkonzeption jegliche romantisch intendierte Ausdruckskunst fremd ist, da entsprechende Klangressourcen grundsätzlich fehlen.

Die im Rahmen dieser Darbietung zu Gehör gebrachte Kammermusik passte sich nahtlos in die Vortragsfolge ein. Der Sonate für Traversflöte und Basso continuo von Michel Blavet war das Moment des Empfindsamen zu entnehmen, was Annemarie Bothe (Querflöte) und Ursula Kleier (Orgel) in ihrer Interpretation vorzüglich herausarbeiteten.

Das traf gleichfalls für die Triosonate in F-Dur von G. Ph. Telemann zu, wo sich Anne Sabine Knabe-Spils mit der Violine als zweites Diskantinstrument hinzugesellte.

Wiederum wurden die Zuhörer ins Programm einbezogen. In der Bearbeitung des Adventschorals „Macht hoch die Tür“ von Colin Mawby waren die erste und fünfte Strophe für das Singen der Gemeinde mit Orgelbegleitung und die Strophen zwei und vier für die beiden Gesangssolisten vorgesehen. Das entspricht der altklassischen liturgischen Alternatimpraxis.

Den Ausklang bildeten zwei irische Volksliedbearbeitungen und die von Thomas Gabriel vorgenommene Bearbeitung des „Adelte fideles“. Wie schon in der zuvor erklungenen Adventskantate „Maria durch ein’n Dornwald ging“ von Herbert Paulmichl beeindruckte das fein abgestimmte Ensemblespiel einschließlich des Strebens nach höchster Klanghomogenität der fünf Vokalisten und Instrumentalisten. Sozusagen als Zugabe durften nochmals die Zuhörer in dem Kanon „Weihnachten will es nun werden“ ihre Stimme erheben.

Wem es bisher nicht vergönnt war, an dieser Darbietung teilzunehmen, hat nochmals dazu am kommenden zweiten Adventssonntag, 9. Dezember, in der Sankt-Marien-Kirche in Schwichteler um 17 Uhr Gelegenheit.