CLOPPENBURG - Das Cloppenburger Museumsdorf hat am vergangenen Sonntag familienfreundliche Aktionen angeboten.
Zum Sonntagsspaziergang konnte Dr. Hermann Kaiser rund 40 Besucher begrüßen. „Der ganze Nordwesten Deutschlands ist durch die Eiszeit geprägt", begann er seinen Vortrag. Dort hätten die sandreichen Regionen mit ihren Mulden und Bächen ihren Ursprung. In den Mulden sammelte sich Wasser, woraus sich später die Moore gebildet hätten. Eine eigene Vegetation habe sich daraus entwickelt. „Hiervon ist heute nicht mehr viel zu sehen", so Kaiser weiter. Ferner hätten der Anbau von Roggen und das enge Zusammenleben mit dem Vieh das Leben in der Region bis um 1000 geprägt. In den folgenden 900 Jahren sei das Leben der Menschen vor allem durch die Landschaft und die Düngung bestimmt worden, erläuterte er weiter. „Auch die Gegend war gänzlich anders als heute." Um 1870 habe es in Nordwestdeutschland große Flächen gegeben, die überwiegend aus Sandflächen und -verwehungen bestanden haben. Später sei hier Wald entstanden.
Wie ein Brot entsteht und welche Bestandteile dazu gehören, lernten die Kinder beim Angebot des Museumsbäckers. „Ihr müsst richtig kneten, sonst wird es nichts ", spornte Georg Hemme die gut 20 Kindern vor der Wehlburg an. Voller Ungeduld warteten diese auf die Ergebnisse ihrer Arbeit. Nach einer einstündigen Backzeit nahmen sie mit Stolz ihre Brote entgegen.
Über die Geschichte von Papier, Tinte und Schrift informierte Ludger Brokamp im Speicher des Museumsdorfes kleine und große Besucher. Die Geschichte der Schrift erklärte er von ihrem Ursprung in der Keilschrift vor 4000 Jahren an bis zu den Schriftzeichen der heutigen Zeit. Doch es blieb nicht bei der Theorie. Nach Anleitung von Brokamp stellten die Teilnehmer selber einen Gänsekiel her. Auch das Schreiben in der deutschen Frakturschrift gehörte zum Inhalt des Mitmach-Angebotes.
