CLOPPENBURG - Seit rund 15 Monaten arbeiten die Oberstufenschüler der Theater-AG am Gymnasium Liebfrauenschule in Cloppenburg intensiv am Stoff: Am Donnerstag, 17. Februar, 19.30 Uhr, ist Premiere des Stücks „Frühlings Erwachen. Eine Probe“ am ULF.

Zum Stück: In der Rahmenhandlung werden Probensituationen einer Gruppe Jugendlicher gezeigt, die ein Stück Wedekinds aufführen wollen: Das Drama, das im Original den Untertitel „Eine Kindertragödie“ trägt, wurde 1906 unter der Regie von Max Reinhardt in Berlin uraufgeführt und stellte einen flammenden Protest gegen das Erziehungssystem und die repressive Sexualmoral der wilhelminischen Zeit dar. Die Deutlichkeit der Wedekindschen Darstellung wurde seinerzeit als skandalös diffamiert und rief mehrfach die staatlichen Zensurbehörden auf den Plan.

Im Verlauf der Proben am Stück entwickelt sich zwischen zwei Mitgliedern des Ensembles ein (Beziehungs-) Konflikt, der zeigt, wie stark auch heute junge Menschen mit sexuellen Problemen konfrontiert sind (u.a. Aids). Die Gruppe erkennt, dass sich auch 100 Jahre nach Wedekind Jugendliche nach moralischer Orientierungshilfe sehnen. Eingebettet in diese Rahmenhandlung sind sechs Originalszenen aus Wedekinds „Frühlings Erwachen“. Die auf der Bühne geprobten Szenen lösen immer wieder neue Auseinandersetzungen innerhalb des Ensembles über den „richtigen“ Umgang mit Sexualität und Beziehungen aus. Begriffe wie „Liebe“, „Treue“ oder sogar „Moral“ werden hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit in der Welt der heutigen Jugendlichen zwar neu hinterfragt, aber die Antworten bleiben doch im Wesentlichen die alten.

„Die Duplizität der Konflikte in Binnen- und Rahmenhandlung macht den besonderen dramaturgischen Reiz des Gezeigten aus, der noch dadurch gesteigert wird, dass die Akteure selbst Jugendliche sind, die in ihrer Sprache und vor dem Hintergrund ihrer Realität auf der Bühne agieren“, sagt Norbert Lingnau, Leiter der Theater-AG und verantwortlich für diese Inszenierung.

Das Stück wendet sich sowohl an Jugendliche als auch Erwachsene, denen die Möglichkeit geboten wird, ihr jeweiliges Bild von der „Jugend von heute“ zu überprüfen.

Den Schauspielern steht eine renovierte und annähernd professionell ausgestatteten Bühne zur Verfügung. Die Bühnenbild-AG unter der Leitung von Jürgen Stelling hat auch für diese Aufführung einen passendes Rahmen erarbeitet.

Nach der Premiere am Donnerstag sind weitere Aufführungen geplant am Sonnabend, 19. Februar, Dienstag, 22. Februar, Freitag, 25. Februar, Sonntag, 27. Februar, und Mittwoch, 2. März, jeweils um 19.30 Uhr auf der Bühne der Liebfrauenschule.

Eintrittskarten gibt es für sechs Euro für Erwachsene und vier Euro für Schüler an der Abendkasse. Der Vorverkauf läuft in jeder großen Pause im Erdgeschoss des ULF am Haupteingang an der Osterstraße. Karten können zudem bei der Buchhandlung Terwelp, Lange Straße, erworben werden. Größere Kartenzahlen können telefonisch vorbestellt werden im Sekretariat der Schule unter Telefon  0 44 71/9 17 60.