Cloppenburg - Gut 100 Gäste haben in der Kunsthalle im Kulturbahnhof Geburtstag gefeiert – nämlich den 100. des Cloppenburger Künstlers Heinz Kramer-Hinte (16. September 1919 bis 22. Juli 2009). Ihm zu Ehren eröffnete Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese eine Ausstellung mit Malereien und Zeichnungen aus Cloppenburg und Umgebung. Zu verdanken sei die Ausstellung Kramers Tochter Monika, die der Stadt annähernd 400 Exponate geschenkt hatte, freute sich Wiese und richtete seinen aufrichtigen Dank unter dem Applaus der Anwesenden an die Erbin.
Kramer-Hintes Bilder hätten Bezug zu Situationen und Persönlichkeiten aus Cloppenburg, erläuterte der Bürgermeister, so sei es auch nicht verwunderlich, dass Ausstellungen im Rathaus des im ostfriesischen Hinte geborenen Künstlers von den Besucherzahlen her zu den Spitzenreitern gehörten. Zu den Persönlichkeiten zählte Wiese zweifellos „KippenJoe“ und „Paletten Ella“ und betonte weiter, dass Kramer-Hinte wollte, dass die Bilder in der Stadt blieben.
Der Cloppenburger Journalist Hubert Kreke führte wertschätzend und würdigend in die Ausstellung ein. In Cloppenburg verwirklichte Kramer-Hinte seinen Traum, Maler zu werden, sagte Kreke, denn schon als Kind hatte der begnadete Autodidakt ein Gespür für Licht, Schatten und Proportionen entwickelt. Sein meist naturalistischer, oft fotorealistischer Malstil fordere kein tief reflektiertes Kunstverständnis. „Das erleichterte den Menschen auf dem Land, die ohne Museen, ohne Kunstunterricht groß wurden, sich und ihre Landschaft in den Bildern wiederzuerkennen“, machte Kreke deutlich. Kramer-Hintes Malerei entdeckte die Schönheit in der Kargheit der Landschaft rund um Cloppenburg und schaffte es, so etwas wie Stolz auf die eigene Herkunft und Identität zu entwickeln.
Die Küstenmotive habe das Heimatmuseum in Hinte als Schenkung erhalten, ergänzte Kreke, und auch er dankte der Tochter aufrichtig für die Schenkung der Landschafts- und Ortsmotive an die Stadt Cloppenburg. „Cloppenburg und seine Nachbarn profitieren davon.“
Heimat- und Plattdeutsch-Experte Heinrich Siefer nahm einige Motive auf und gab entsprechend in Plattdeutsch vorgetragene Verse und Erzählungen zum Besten, die zum Nachdenken und Schmunzeln anregten.
Das A-capella-Ensemble „Viertakter“ bereicherte mit teilweise textlich auf die Stadt Cloppenburg bezogenen Liedern die würdevolle Eröffnung. Die Ausstellung ist bis zum 27. Oktober in der Kunsthalle mittwochs, donnerstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr zu besuchen.
