CLOPPENBURG - „Hinter dem Horizont – Bäuerlich-bürgerliche Eliten in den friesischen Marschen und den angrenzenden Geestgebieten“ heißt ein gemeinsames Forschungsprojekt, das das Museumsdorf Cloppenburg, das Schlossmuseum Jever, das Niedersächsische Landesarchiv – Staatsarchiv Oldenburg und das Institut für Geschichte der Universität Oldenburg am 1. Juni vergangenen Jahres gestartet haben. Um 2013 eine entsprechende Ausstellung im Museumsdorf starten zu können, sucht Projektmitarbeiter Lutz Volmer noch weitere Objekte wie Rechnungsbücher, Inventare und Korrespondenzen oder Gegenstände aus der Zeit zwischen 1650 und 1850, die sich in Privatbesitz befinden.
Einzige Voraussetzung: Sie sollten ursprünglich aus den Landkreisen Cloppenburg, Ammerland oder Oldenburg stammen. „Das Museum will diese Objekte nicht erwerben, sondern für die wissenschaftliche Auswertung erfassen, um sie im Rahmen des Projekts veröffentlichen zu können. Falls wir einmal etwas ausleihen sollten, wird das innerhalb weniger Tagen zurückgegeben,“ so Volmer.
Museumsdirektor Prof. Dr. Meiners weist ausdrücklich darauf hin, dass keine Mitarbeiter des Museums unangemeldet an der Haustür klingeln und nach historischen Schriftstücken, Möbeln oder anderen Gegenständen fragen. Meiners: „Wir haben in letzter Zeit wieder vermehrt Mitteilungen erhalten, dass fremde Personen sich als Museumsmitarbeiter ausgeben.“ Wer sich nicht sicher sei, ob er es mit Museumsmitarbeitern zu tun habe, möge unter Telefon 0 44 71/94 84-11 nachfragen.
Darüber hinaus hat das Museumsdorf eine weit über 20 000 Objekte umfassende Sammlung, aus der nun Stücke aus der ländlichen Oberschicht – so Meiners – in die Ausstellung einfließen sollen. „Der geistige Horizont der bäuerlich-bürgerlichen Führungsschicht im Nordwesten war zu dieser Zeit bereits geprägt durch weit reichende Wirtschaftskontakte und internationale Verflechtungen. Die Quellen belegen zahlreiche europäische Handelsnetzwerke, die Partizipation an globalen Märkten sowie ein ausgeprägtes Konsumverhalten.“
In den Sammlungen des Museums finden sich Familienchroniken, Rechnungs- und Haushaltsbücher, Inventare, Korrespondenzen und vor allem Gegenstände wie Möbel oder Geschirr aus Zinn oder Silber.
