CLOPPENBURG - Gezeigt wird ein Querschnitt aus dem Nachlass des Automatenaufstellers Hans Janssen. Auch die Cloppenburger Musikszene findet sich wieder.

Von Bodo Meier

CLOPPENBURG - Wer kennt noch die Molberger Band „The Moody Section“? Ihr einziger Tonträger ist Teil der Ausstellung „Musikbox und Schallplatte“, die am Montagabend in der Münchhausenscheune des Museumsdorfes in Cloppenburg eröffnet wurde. Präsentiert wird von 15 000 Schallplatten und 20 Musikboxen aus dem Nachlass des einstigen Automatenaufstellers Hans Janssen aus Ohrwege ein Querschnitt. Es sei eine außergewöhnliche Sammlung, sagte Professor Dr. Uwe Meiners, Direktor des Museums. Kein anderes kulturhistorisches Museum in Deutschland habe eine vergleichbare Sammlung. Besonders stolz sei er auf die „Telematic 200“, eine noch funktionierende Musikbox von 1957, die Janssen in einer Gaststätte aufgestellt hatte.

Die Sammlung sei nicht x-beliebig, sondern der Arbeitsbestand Janssens und somit der Bestand aus unserer Region, einem Teil der Kulturgeschichte des Kreises Cloppenburg, Ostfrieslandes, nördlichen Emslandes und des Ammerlandes, sagte Meiners. In dieser Region stellte Janssen seine Musikautomaten in Gaststätten auf und versorgte deren Gäste mit aktueller Musik. Über die verschiedenen Musikrichtungen vergangener Tage sprach Götz Holstein, der die Ausstellung zusammengestellt hatte. Waren es in den 50er und 60er Jahren noch die Kinderstars wie Cornelia Froboess mit „Pack die Badehose ein“, ging es über Westernmusik und Südseeträume bis zur „Neuen Deutschen Welle“ in den 80er mit „Da Da Da“ von Trio.

Die Cloppenburger Musikszene findet sich in der Ausstellung ebenfalls wieder. Ein großes Schlagzeug bildet neben den drei Musikboxen einen Blickfang. Das Ludwig-Schlagzeug von 1964 ist eine Leihgabe von Günter Burke von der Gruppe „The Beat Niks“. Mit den einstigen Größen der heimischen Szene, Michael Jäger und Dieter Rohde, konnten die Besucher nach dem offiziellen Teil gleich über die alten Zeiten diskutieren. „Immer noch'n Groschen“, so steht es über den drei Musikboxen. Mit zwei Fünf-Cent-Stücken darf man sich aus 200 Titeln seinen Hit wählen. Die Ausstellung kann bis 25. Februar besucht werden.

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