Cloppenburg - Kleine Häuschen auf Metallstangen stehen an einigen Grundstücken im Cloppenburger Wohngebiet zwischen der Braker und Nordenhamer Straße. Sie sind in grellen Neonfarben gestaltete Wegweiser und führen an das Grundstück an der Nordenhamer Straße 2.

Hier wird am 15. April die Ausstellung „4 Wände“ des Museumsdorfs Cloppenburg eröffnet. Gezeigt wird die Wohnform des Einfamilienhauses seit den 1950er Jahren in Deutschland. Ausstellungsleiter Cai-Olaf Wilgeroth hat der NWZ die fast fertige Ausstellung gezeigt, die eine Außenstelle des Museumsdorfes ist, und das Konzept erläutert.

„Wenn Besucher auf dem Parkplatz des Museumsdorfs ankommen, werden sie bald zwei Möglichkeiten haben. Entweder gehen sie direkt in das Museumsdorf oder sie folgen unseren Wegweisern zur Außenstelle in die Nordenhamer Straße.“ Startpunkt des rund zehnminütigen Weges werde ein knallgelber Bauwagen auf dem Parkplatz sein.

„Vom Bauwagen aus finden die Besucher den Weg, indem sie den neonfarbenen Häuschen folgen“, erklärt Wilgeroth weiter. Die würden überall dort stehen, wo die Mitarbeiter des Museumsdorfes für ihre Recherche mit Menschen gesprochen und etwas über deren Häuser erfahren haben. „Auf unseren Miniaturhäuschen haben wir diese Informationen kurz zusammengefasst“, beschreibt Wilgeroth weiter.

Im eigentlichen Haus an der Nordenhamer Straße können sich die Besucher dann selbst einen Blick verschaffen, wie der Lebensraum aussieht, nachdem er von 1951 bis 2013 bewohnt wurde. „Wir haben nichts verändert und den Zustand des Hauses so gelassen, wie wir ihn vorgefunden haben. So kann der Besucher sehen, welche Entwicklung das Haus im Laufe der Zeit durchgemacht hat“, erklärt Wilgeroth.

Überall im Haus sind große Bilder aufgehängt. Eins steht sogar in der Badewanne im Erdgeschoss. „Die Bilder sind Abzüge von Polaroidbildern, die uns der Besitzer, Georg Elfert, zur Verfügung gestellt hat.“ Auf den Bildern sind Szenen des Lebens im Haus zu sehen, zum Beispiel ein Kindergeburtstag oder Kinder in der Badewanne. „Die Bilder haben wir an den Stellen angebracht, die auf dem Bild zu sehen sind. Deshalb steht das Bild mit den Kindern in der Wanne auch in der Badewanne“, sagt der Ausstellungsleiter.

In einigen Zimmern gibt es darüber hinaus große Infowände zu besonderen Themen, wie zum Beispiel „Die Nachbarschaft im Wandel“. Hier werden Bilder aus der Nachbarschaft gezeigt und Kommentare der Nachbarn veröffentlicht.

Auch an den Zimmertüren sind Texte aufgeklebt. Sie informieren die Besucher über die verschiedenen Räume wie die gute Stube, in denen man nur zu besonderen Anlässen wie an Weihnachten saß oder den Abstellraum.

Weitere, interaktive Ausstellungsteile gibt es in der Münchhausenscheune im Museumsdorf. Hier werden zum Beispiel ökonomische Unterschiede vom Wohnen im Einfamilienhaus beziehungsweise einer Wohnung oder einem Penthouse dargestellt.

Ab dem 15. April können Besucher das Haus an der Nordenhamer Straße 2 besichtigen. Geöffnet ist es zu den regulären Öffnungszeiten des Museumsdorfes, montags bis sonntags, von 9 bis 18 Uhr.

Wolfgang Alexander Meyer
Wolfgang Alexander Meyer Redaktion Oldenburg