CLOPPENBURG - Ohne Zugabe ging der Auftritt nicht über die Bühne. Gestern starteten die Franzosen zurück nach Bernay.
von bodo meier
CLOPPENBURG - „Zwei glorreiche Halunken“ spielten in Sankt Augustinus nicht das Lied vom Tod. In die Welt der Westernfilmmusik von Ennio Morricone führten der Chor „La Charentonne“ und „Orchestre d’Harmonie“ aus Bernay mit einer Premiere. Sie seien noch nie zusammen aufgetreten, versicherte Dirigent Philippe Picard am Sonnabend in Cloppenburg.Mit den bekanntesten Filmmusiken des 1928 in Rom geboren Komponisten „The good, the bad and the ugly“ (Zwei glorreiche Halunken) und „Once upon a time in the west“ („Spiel mir das Lied vom Tod“) waren sie so überzeugend, dass sie ohne eine Zugabe den Altarraum nicht verlassen konnten.
Beim großen Chor- und Orchesterkonzert, das vom Partnerschaftskomitee Bernay und den Kirchenchören Stankt Augustinus und Sankt Josef vorbereitet wurde, gehörten Volkweisen, Kirchenlieder und Klassisches zum Repertoire. Die lange Anreise am Freitag war den Musikern nicht anzumerken. Spätestens beim Chorinhos „Tico Tico“ von Zequinha Abreu, einem südamerikanischen Traditional, wiegten die Köpfe und folgten die Füße der rund 200 Gäste in den Kirchenbänken dem Rhythmus. Chorinhos stammt aus Lateinamerika und ist mit ein Ursprung von Samba und Bossa Nova. Der Chorale „La Charentonne“ zeigte sich in der Wahl seiner Stücke ebenso weltoffen. Ob französisch „L’Adieu des bergers à la Sainte Famille“von Hector Berlioz, deutsch „Heilig“ von Franz Schubert, italienisch „Signore delle cime“ von Giuseppe De Marzi oder dem russischen Wiedenlied „Berceuse russ“ nach einer Bearbeitung von Roger Calmel. Auch der Chor durfte an „What sound upon the midnight air?“ noch eine Strophe anhängen, bevor er mit
den Kirchenchören von Sankt Augustinus und Sankt Josef erneut antrat. Spätestens jetzt wurde jedem klar, hier geht es um lebendige Städtepartnerschaft. Rund 120 Sängerinnen und Sänger aus Bernay und Cloppenburg sangen unter der Leitung von Jean-Marc Delorme „Ave verum Corpus“ von Wolfgang Amadeus Mozart und „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach. Auf der Orgel begleitete Ludwig Kleinalstede.
Die 70 Musiker aus Bernay waren in Gastfamilien untergebracht. Von Cloppenburg sahen sie neben der Kirche mit Pfarrheim, in dem gegessen wurde, noch das Museumsdorf. Am gestrigen Vormittag ging es schon wieder zurück nach Frankreich.
