CLOPPENBURG - Eine positive Bilanz für das Jahr 2011 hat Professor Dr. Uwe Meiners, Direktor des Museumsdorfs Cloppenburg, am Mittwoch gezogen. 265 000 Gäste registrierte die Museumsleitung bis zum 21. Dezember, dies bedeutet eine Steigerung um 20 000 gegenüber 2010.
Für die Besuchersteigerung – gegen den allgemeinen Trend – zeichneten zwei Premieren verantwortlich, die beide äußerst erfolgreich waren. 15 000 Menschen besuchten im Sommer die erste historische Dorfkirmes, genauso viele waren es beim 1. Nikolausmarkt Anfang Dezember. Beide Veranstaltungen sollen auch im kommenden Jahr wieder laufen.
Stärkster Besuchermagnet war einmal mehr die Gartenpartie am Himmelfahrtswochenende, die 35 000 Menschen anzog. Darüber hinaus zeigte sich Meiners auch mit den übrigen Aktivitäten in 2011 sehr zufrieden.
Ausstellungen: Hier genießt die derzeit gezeigte Schau „Umbruchzeit. Popmusik und Pillenknick“ die größte Aufmerksamkeit. Neben dem Museumsdorf, das sich dem Lebensstil- und Wertewandel der 60er und 70er Jahre widmet, sind auch die Fränkischen Freilandmuseen Fladungen und Bad Windsheim beteiligt. Um auch den Menschen aus der Region einen Besuch der beiden Ausstellungen in Süddeutschland zu ermöglichen, plant das Museumsdorf drei Fahrten (davon jeweils eine für den Freundeskreis und den Heimatbund) dorthin. Fladungen und Bad Windsheim kümmern sich um die Veränderung der ländlichen Arbeitswelt und ums neue Bauen und Wohnen. Länderübergreifend unterstützen die Stiftung Niedersachsen und das Land das Vorhaben. Und auch das bayerische Staatsministerium für Kunst und Wissenschaft befördert das Kooperationsprojekt durch eine beträchtliche Zuwendung.
Neue historische Gebäude: Am 5. November wurde von der Niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Professor Dr. Johanna Wanka (CDU), die Gebäudegruppe Ammerland/Landhandwerk (Hofstelle Ahrens aus Westerstede) der Öffentlichkeit übergeben. Im Kern stellt das 1565 errichtete Wohnhaus eines der ältesten Gebäude des Museums dar.
Sammlungen: Mit der Entscheidung, die umfangreiche und historisch bedeutsame Fahrrad-Kollektion von Gaby und Kalle Kalkhoff (Oldenburg) mitsamt dem überlieferten Plakat-, Foto- und Dokumentationsmaterial im Gesamtwert von 200 000 Euro € zu übernehmen, wurde im Museum ein neues Kapitel in der Erforschung und Darstellung ländlicher Alltagsgeschichte aufgeschlagen. „Fahrrad und Mobilität – Distanzüberwindung im ländlichen Raum“ lautet das Vorhaben, das in den nächsten Jahren schrittweise umgesetzt werden soll. Die Räder sollen im Übrigen in einigen historischen Gebäuden des Museumsdorfs präsentiert werden.
Forschungsprojekte: Drei aus Drittmitteln geförderte Forschungsprojekte sind derzeit am Museumsdorf angesiedelt, die in Zusammenarbeit mit Projektpartnern (Universitäten Münster, Osnabrück und Oldenburg; Schlossmuseum Jever, Staatsarchiv Oldenburg) durchgeführt werden. Die Vorhaben werden ab 2012 und bis Ende 2013 auf dem Gelände des Freilichtmuseums und in eigenen Ausstellungen umgesetzt. Sie lauten im Einzelnen:
„Bauern, Kirchen, Friedhöfe. Historische Sachkultur und bäuerliches Selbstbewusstsein in der Wesermarsch vom 17. bis 19. Jahrhundert“ (Eröffnung Sommer 2012)
„Mensch und Umwelt“. Umweltgeschichte und -ressourcen im Freilichtmuseum (Eröffnung Sommer 2013)
„Hinter dem Horizont …“. Ländliche Elitenkultur in Nordwestdeutschland zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert“ (Eröffnung Herbst 2013)
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